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Autor: Helma Spona
Betrifft: Fotografie
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Makrofotografie ist ein höchst interessanter Bereich der Fotografie. Wer einmal damit begonnen hat, verfällt in eine Art Sucht. Kleines muss immer größer aufs Bild. Leider ist die Technik hier begrenzt. Große Abbildungsmaßstäbe lassen sich aber bspw. mit Balgen und/oder Zwischenringen erreichen. Im ersten Teil des Artikels ging es vor allem um den Zusammenhang zwischen Auszugverlängerung und Brennweite und die Folgen für den Maßstab. Hier sollen nun erweiterte Techniken behandelt werden.
Wie bereits im ersten Teil erläutert wurde, steigt bei Verwendung einer Auszugsverlängerung mittels Balgen oder Zwischenringen, der Abbildungsmaßstab. Je geringer die Brennweite ist, desto stärker die Vergrößerung, und desto größer der Abbildungsmaßstab. Allerdings ist diese Möglichkeit begrenzt. Denn, je kleiner die Brennweite, desto näher müssen Sie ans Motiv. Irgendwann ist, abhängig von der Länge der Auszugsverlängerung und der Brennweite eine Kombination erreicht, wo Sie nicht mehr scharf stellen können, weil dazu Ihr Motiv hinter der Frontlinse des Objektivs liegen müsste.
Mit dem immer kürzeren Motivabstand bei kleineren Brennweiten, gibt es ein weiteres Problem, nämlich die Beleuchtung. Wenn Sie weniger als 2cm vom Motiv entfernt sind, hilft auch ein Ringblitz nicht mehr. Dann können Sie Motive eigentlich nur noch von hinten beleuchten und dazu müssen sie transparent sein. Zudem schlägt selbst das gutmütigste Tier in der Regel bei Abständen unter 3cm die Flucht ein. Praxistauglich sind daher nur Brennweiten über 35mm, wenn Sie sie an Balgen oder Zwischenringen mit maximaler Auszugverlängerung nutzen möchten.
Für Abbildungsmaßstäbe, die darüber hinaus gehen, müssen Sie sich was anderes einfallen lassen. Dazu gibt es drei Möglichkeiten:
Objektiv in Retrostellung heißt, dass Sie ein Objektiv umgekehrt anschließen, also mit dem Filtergewinde zur Kamera. Da das aber natürlich nicht an das Bajonett der Kamera passt, brauchen Sie dafür einen Adapter, einen sogenannten Retroring oder Umkehrring für das Bajonett Ihrer Kamera.
Die Retrostellung hat zwei entscheidende Vorteile:
Die Naheinstellgrenze des Objektivs ist in umgekehrter Stellung fix auf einen Wert festgelegt, der dem Auflagemaß der Kamera entspricht. Bei gängigen SLR-Modellen beträgt das Auflagemaß um die 4cm. Das heißt Sie gewinnen unabhängig von der Brennweite Abstand zum Motiv, den Sie zur Beleuchtung nutzen können.
Die Abbildungsleistung ist in Retrostellung besser. Das hat einen ganz einfachen Grund. Bei Brennweiten unter 40mm, handelt es sich in der Regel um Weitwinkel-Objektive, die in der Regel für Landschafts- und Architekturaufnahmen verwendet werden. Daher wird hier meist auf Unendlich fokussiert. Das heißt, ein gutes Weitwinkel-Objektiv erzielt auch bei Fokussierung auf Unendlich seine beste Abbildungsleistung. Drehen Sie nun das Objektiv um, entspricht die Unendlich-Stellung dem Nahbereich. Das heißt, die gute Abbildungsleistung, die Sie im Nahbereich bei normalem Anschluss des Objektivs nie erzielen können, steht ihnen in Retrostellung zur Verfügung.
Tipp: Daher ist es auch ganz wichtig, dass Objektiv auf Unendlich zu fokussieren, wenn Sie es in Retrostellung anbringen. Die Schärfe stellen Sie dann ohnehin über den Abstand zum Motiv, also mit der Einstellschiene des Balgens oder einem Makroschlitten ein.
Stellt sich jetzt die Frage, welche Objektive man für so etwas nimmt. Generell kommen alle Weitwinkel-Objektive in Frage. Sie müssen aber
Tipp: Blende ohne Blendenring einstellen
Verwenden Sie ein Objektiv ohne Blendenring, können Sie in Retrostellung natürlich nicht die Blende einstellen. Das liegt daran, dass diese dann ja nicht über die Kamera gesteuert werden kann weil eine Datenübertragung zwischen Kamera und Objektiv in Retrostellung nicht funktioniert. Es gibt aber einen kleinen Trick, der immer funktioniert, wenn Ihre Kamera über eine Abblendtaste verfügt und das Objektiv an die Kamera passt (das muss ja nicht zwingend sein, wenn Sie es in Retrostellung nutzen möchten). Sie gehen dazu wie folgt vor:
Bei Objektiven ohne Blendenring besteht aber das Problem, dass Sie wie oben beschrieben nur recht umständlich die Blende einstellen können. Flexibel sind sie daher nicht. Außerdem ist durch das Abblenden das Sucherbild sehr dunkel, was das exakte Fokussieren sehr schwer macht. Besser ist daher, Sie verwenden Objektive mit Blendenring, denn dann können Sie die Schärfe bei offener Blende einstellen und erst vor dem Auslösen abblenden.
Hinweis: Besonderheit bei Nikon-Objektiven
Wenn Sie Nikon-Objektive (auch Sigma-Objektive für Nikon-Anschluss) verwenden, die keinen Blendenring haben, haben Sie ganz schlechte Karten, denn auch wenn Sie die Abblendtaste gedrückt halten, wenn sie die Blende eingestellt haben, wird die Blende auf den minimalen Wert geschlossen, wenn Sie das Objektiv abnehmen. Um die Blende für die Aufnahme zu öffnen, müssen Sie am Kameraanschluss des Objektivs einen Metallstift verschieben und festhalten. Das ist natürlich umständlich, führt zu Verwacklungen und ungenauer Belichtung, wenn Sie während der Belichtung am Stift wackeln. Bei Nikon-Objektiven sollten Sie daher immer Objektive mit Blendenring nehmen.
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