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Makrofotografie: Beleuchtung und Schärfe

Autor: Helma Spona

Betrifft: Fotografie

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Bei der Makrofotografie gibt es zwei wichtige Fehlerquellen, die Beleuchtung und Belichtung und die Schärfe. Beide lassen sich durch passendes Zubehör und Techniken vermeiden, so dass Sie scharfe Makros auch mit großen Abbildungsmaßstäben erreichen.

Die beiden wichtigsten Fehlerquellen bei Makros sind

Beides kann, muss aber nicht zusammenhängen und beides lässt sich beheben, mit der richtigen Technik. Widmen wir uns zunächst der Unschärfe.

Unschärfe vermeiden

Wenn Sie Unschärfe vermeiden möchten, müssen Sie erst einmal ermitteln wo sie herkommt. Die kann nämlich ganz viele Ursachen haben:

Nur einige dieser Ursachen können Sie direkt beeinflussen und um sie zu vermeiden, müssen Sie zunächst ermitteln was die Ursache für die Unschärfe ist, wobei natürlich auch mehrere Ursachen gemeinsam verantwortlich sein können.

Qualität der Optik

Ob Unschärfe aufgrund der mangelnden Qualität der Optik auftritt lässt sich eigentlich nur im Ausschlussverfahren prüfen. Gehen Sie dazu am besten wie folgt vor:

Hinweis: Schlechte Qualität des Objektivs macht sich in der Regel dadurch bemerkbar, dass es nichts Scharfes im Bild gibt und das Bild allgemein matschig und Kontrastarm wirkt. Es sieht ganz ähnlich aus, wie ein stark entrauschtes Bild.

Verwacklungsunschärfe

Um Verwacklungsunschärfe zu vermeiden und auszuschließen sollten Sie in jedem Fall ein Stativ verwenden. Aber auch dann kommt es vor allem bei hohen Maßstäben schnell zur Verwacklung beim Auslösen. Denn schon wenn Sie auf den Auslöser drücken, wackeln Sie an der Kamera. Bei normalen Maßstäben hat das kaum Auswirkungen, bei Maßstäben jenseits von 1:1 aber schon sehr deutlich.
Vermeiden können Sie dies bspw. durch einen Kabel- oder Funkfernauslöser, mit dem Sie die Kamera auslösen. Haben Sie keinen, nehmen Sie alternativ einfach den Selbstauslöser.

Hinweis: Der Selbstauslöser hat den Nachteil, dass sowohl bei einigen Modellen von Nikon (bspw. D300)wie auch bei einigen von Canon (bspw. EOS 400D, 10D) der Selbstauslöser nicht mit der Spiegelvorauslösung kombiniert werden kann. Die ist aber eine weitere Maßnahme Verwacklungsunschärfe zu vermeiden.

Die dritte Quelle für Verwacklungsunschärfe sind die Vibrationen innerhalb der Kamera, die sich durch das Hochklappen des Spiegels bei einer SLR-Kamera ergeben. Diese können sich noch verstärken, wenn das Stativ bspw. auf einem harten Boden wie Beton steht, oder noch schlimmer auf Parkett oder Holzbohlen. Weniger problematisch ist das auf Wiese oder Rasen und anderen Untergründen die nachgeben.
Diese Quelle für Verwacklungsunschärfe können Sie vermeiden, indem Sie entweder sehr kurze Verschlusszeiten nutzen oder die Spiegelvorauslösung der Kamera nutzen. Dazu klappen Sie den Spiegel manuell hoch und lösen dann ein paar Sekunden später erst aus.

Hinweis: Unschärfe durch den Spiegel gibt es eigentlich nur bei längeren Verschlusszeiten. Je kürzer die Verschlusszeiten sind, desto weniger Probleme bekommen Sie damit. Die dadurch verursachte Unschärfe ist aber in der Regel geringer als die durch das Verwackeln beim Auslösen. Wenn Sie also nur die Wahl haben, entweder Selbstauslöser oder Spiegelvorauslösung, sollten Sie den Selbstauslöser verwenden. Ansonsten ist ein Kabelauslöser zusammen mit der Spiegel­vorauslösung zu empfehlen.
Die Spiegelvorauslösung hat aber bei beweglichen Motiven den Nachteil, dass Sie durch den Sucher nichts mehr sehen und daher auch Bewegungen Ihres Motivs nicht mitbekommen.

Beugungsunschärfe

Beugungsunschärfe tritt bei weit geschlossenen Blenden bei jedem Objektiv auf. Die Stärke der Beugungsunschärfe und die Blende, ab der sie sichtbar wird, hängen aber wiederum von der Qualität des Objektivs und dem Abbildungsmaßstab ab. Je höher der ist, desto früher ist die Beugungsunschärfe relevant. Sie wird noch dazu durch schlechtes Licht und lange Belichtungszeiten gefördert.
Haben Sie den Verdacht, es könnte sich um Beugungsunschärfe handelt, gehen Sie wie folgt vor, um das Problem einzugrenzen.

Fehlerhafte Fokussierung

Je größer der Abbildungsmaßstab, desto wichtiger ist natürlich eine exakte Fokussierung. Gelingt Ihnen das nicht und der Autofokus steht ja bei den meisten Makro-Techniken für höhere Maßstäbe nicht zur Verfügung, wird das Bild natürlich unscharf. Ein Indiz für fehlerhafte Fokussierung ist bspw. dass zwar Schärfe da ist, aber eben nicht da, wo sie sein soll.
Die Ursachen dafür sind jedoch weitaus vielfältiger:

Bewegungen des Motivs

Gerade, wenn Sie in der Natur fotografieren, ist dies ein nicht zu unterschätzendes Problem. Tiere bewegen sich nun mal aber auch der Wind kann eigentlich bewegungslose Motive wie Blumen oder Tropfen bewegen.
Das ist sowohl für die Fokussierung ein Problem als auch eine mögliche Ursache für Bewegungsunschärfe. Letzeres nur dann, wenn die Belichtungszeit zu lang ist. Möchten Sie bspw. Ameisen, Fliegen oder Blattläuse fotografieren, sind Belich­tungszeiten von 1/200 s oder schneller sinnvoll, denn selbst kleinste Bewegungen führen bei großen Abbildungsmaßstäben zur Bewegungsunschärfe.

Richtig beleuchten

Wichtig ist in fast allen Bereichen der Makro- und Mikrofotografie, eine kurze Belichtungszeit, denn die vermeidet viele Arten von Unschärfe. Daher ist eine optimale Beleuchtung ein Ringblitz oder eine LED-Ringleuchte. Ringblitze und Ringleuchten haben aber den Nachteil, dass sie vorne auf das Filtergewinde des Objektivs geschraubt werden. Das funktioniert natürlich bei allen Techniken mit Retrostellung nur bedingt, bspw. dann wenn Sie einen Retro­abschlussring verwenden. Pro­blematisch ist allerdings außerdem, dass der Ringblitz etwas vor dem Objektiv sitzt. Bei Techniken mit einer extrem geringen Naheinstellgrenze stoßen Sie dann mit dem Ringblitz an das Motiv.

Tipp: Es ist aber auch möglich den Ringblitz nicht aufzuschrauben, sondern mit der Hand über, neben oder unter dem Motiv zu halten. So können Sie das Motiv auch gut seitlich beleuchten.
Alternativ zu Ringblitz und Ringleuchte kommen andere Lichtquellen in Frage. Diese sollten Sie gut positionieren lassen und hell genug sein, damit Sie Verschlusszeiten von ca. 1/200s oder kürzer realisieren können. Dazu kommen helle LED-Leuchten, Taschenlampen etc. in Frage.

Bei Windstille und bewegungslosen Motiven können Sie natürlich auch längere Belichtungszeiten verwenden. Allerdings riskieren Sie dann eben Verwacklungsunschärfe und Beugungsunschärfe und es kommt abhängig von den Einstellungen und Fähigkeiten Ihrer Kamera vor, dass die Kamera durch eine Langzeitbelichtung stark entrauscht. Viele Kompaktkameras und einige Spiegelreflexkameras entrauchen bei längeren Belichtunszeiten automatisch. Auch das macht sich dann in fehlenden Details und Unschärfe bemerkbar.

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