SEO für Bilder: Suchmaschinen-Erfolg mit Fotos und Grafiken

Neuer Artikel bei Akademie.de

Als Fotograf, Grafikerin oder sonst „visuell Kreativer“ wollen Sie Ihre Website und Ihre Bilder bei Google und Bing auf den vorderen Plätzen sehen. Und natürlich müssen die Bilder bei den Suchbegriffen erscheinen, die Auftraggeber und Kunden eingeben. Schließlich leben Sie als „visuell Kreativer“ davon, mit Ihren Bildern im Internet präsent zu sein – als Werbung und als Referenz für Kunden.

Helma Spona zeigt Ihnen in diesem Leitfaden, was Sie dafür tun können, um Ihre Bilder in den Suchmaschinen nach vorn zu bringen: Indem Sie die Bilddateien selbst, das Textumfeld, die Struktur Ihrer Website und die Verlinkung optimieren, sorgen Sie dafür, dass Ihre Werke von den richtigen Leuten gefunden werden.

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Endlich geschafft, die neue Obedience-Info-Seite ist online

Nachdem ich monatelang nicht wirklich dazu gekommen bin, habe ich es in den letzten Tagen endlich geschafft meinen Plan in die Tat zu setzen, und ein paar Obedience-Trainingstipps online zu stellen. Nach und nach, werden weitere hinzukommen.

Ich hoffe, dass der ein- oder andere einen guten Tipp findet, der ihm weiterhilft und ich würde mich ebenso auch über Kommentare freuen.

http://www.obedience-info.de

Neuer Artikel bei Akademie.de zum Thema „Urheberrechtsverletzungen im Internet“

Auf Akademie.de ist ein neuer Artikel erschienen: „Urheberrechtsverletzungen bei Bildern: Vorbeugen, Beweise sichern, entschlossen reagieren„.

Bilderklau im Internet ist ein Delikt, das viele immer noch als „Lappalie“ abhaken. Es ist ja auch ganz einfach, sich bei fremden Bildern zu bedienen.

Für Fotografen, Illustratoren und andere Rechte-Inhaber bedeutet der Diebstahl Ihrer Bilder aber schnell großen Umsatzverlust bis hin zur Existenzbedrohung. Dazu kommt der Ärger über die dreiste Selbstbedienung.

Als Fotograf oder Inhaber der Urheberrechte müssen Sie den Foto-Diebstahl nicht einfach hinnehmen. Dieser Leitfaden zeigt, was Sie dagegen tun können:

  • durch Maßnahmen, die von vornherein den Bilderklau weitgehend verhindern,
  • dadurch, dass Sie die Täter erwischen und erfolgreich Schadenersatz einfordern.

Wir liefern Ihnen eine praktische Anleitung, wie Sie Fotodiebstahl verhindern und bereits erfolgten Bilderklau nachweisen und verfolgen können: mit einfachen nachvollziehbaren Bildbearbeitungen und vielen praktisch umsetzbaren Tipps, mit Muster-Texten und einer Checkliste für den Ernstfall. Und als erstes wird mit den typischen Ausreden aufgefräumt.

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Neuer Artikel „Praxiskurs Bildbearbeitung: Fotos und Grafiken für Ihre Website optimieren“ auf Akademie

Auf Akademie.de gibt es einen neuen Artikel „Praxiskurs Bildbearbeitung: Fotos und Grafiken für Ihre Website optimieren“.

Inhaltsverzeichnis

  1. Bildauswahl
    Beurteilung von Bildern nach rechtlichen und formalen Aspekten für die Illustration von redaktionellen und werblichen Internet-Angeboten. Grundlegende Bearbeitungsschritte wie drehen, skalieren, konvertieren. 

    • Bilder beschaffenBevor Sie Bilder ins Internet stellen, stellt sich die Frage, wo Sie diese herbekommen. Die Entscheidung sollten Sie davon abhängig machen, wie viel Geld Sie für die Bilder ausgeben möchten, wie gut Sie rechtlich bewandert sind und vor allem, um welche Art von Bildern es geht.
    • BildauswahlNicht jedes Bild ist gleichermaßen für die Verwendung im Internet geeignet. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten müssen, welche Bilder bzgl. Bildaufbau besonders gut und professionell rüber kommen und welche Dateiformate überhaupt in Frage kommen.
  2. Bildbearbeitung: Grundlagen
    Grundlegende Arbeitsschritte für Bilder wie das Festlegen des Farbraums, Skalierung und der Beschnitt. 

    • FarbraumAls erstes müssen wir das Bild im richtigen Farbraum öffnen.
    • Skalieren und BeschneidenAls nächstes geht es um das Beschneiden, Skalieren und das Konvertieren in das gewünschte Dateiformat.
  3. Bildbearbeitung: Korrekturen
    Fotos im Detail bearbeiten, rote Augen entfernen, Flecken und unschöne Details wegstempeln, Farb- und Helligkeitskorrekturen vornehmen 

    • Drehen und spiegelnHochformat-Bilder korrekt drehen, Bilder spiegeln und kippen
    • Bildfehler behebenViele Bildfehler, wie schiefe Horizonte, Verzerrungen etc., blasse Farben, fehlende Kontraste und ähnliches lassen sich recht leicht am PC beheben. Solche Korrekturen werten Bilder deutlich auf.
    • Helligkeit, Kontrast und FarbeHelligkeit, Kontrast und Farbsättigung sind entscheidend für den Eindruck, den ein Bild auf den Betrachter macht. Daher ist es wichtig die Helligkeitsverteilung beurteilen und anpassen zu können und auch Kontrast und Farbe beeinflussen zu können.
    • Bilder nachschärfenUnscharfe Bilder fallen auch im Web negativ auf, vor allem, wenn Sie sie stark verkleinern müssen. Daher sollten Sie Miniaturansichten von Galerien und andere stark verkleinerte Bilder unbedingt nachschärfen.
    • Automatische BildkorrekturVieles lässt sich automatisieren, vor allem wenn es um Standardbearbeitungsschritte wie Rauschunterdrückung, Farb- und Helligkeitskorrektur geht. Das ist besonders hilfreich, wenn Sie viele Bilder bearbeiten müssen und nicht die Zeit haben, sich mit jedem einzelnen individuell auseinander zu setzen. Auch eine automatische Umbenennung und Konvertierung in neue Dateitypen ist möglich.
  4. Zeichnungen und Banner
    Zeichnungen und Diagramme erstellen, Linienstärke und Härte auswählen, Banner erstellen, Bilder in die eigene Webseite einbinden, Texte hinzufügen, Bilder formatieren, Bilder mit Hyperlinks versehen. 

    • Seitenbanner gestalten Seitenbanner sind das auffälligste an einer Website und sollten daher auch entsprechend schön und exakt gestaltet sein. Dazu bieten sich Fotos an, die in eine einheitliche Farbe oder einen Farbverlauf auslaufen.
    • Diagramme In diesem Abschnitt lernen Sie, Diagramme und Zeichnungen zu erstellen und diese ansprechend und gut leserlich zu beschriften.
    • Veröffentlichung Die Bilder zu erstellen genügt natürlich nicht. Sie müssen sie auch in Ihre Website einfügen. Die meisten Webeditoren beherrschen das per Drag & Drop, falls nicht, könnten Sie da jedoch auch durch Eingabe des passenden HTML-Codes erreichen, bspw. in einem Texteditor Ihrer Wahl. In diesem Kapitel erfahren Sie, wie Sie Bilder in Ihre Website einfügen und mit Hyperlinks versehen.
  5. ZusammenfassungHier wird in aller Kürze noch einmal das Wichtigste aus den vorangegangenen Lektionen wiederholt. Außerdem finden Sie hier Hinweise zur Lösung der Aufgaben zur Lernkontrolle.

Makrofotografie mit Balgen und Zwischenringen – Teil 2

Autor: Helma Spona

Betrifft: Fotografie

Download: PDF-Version

Makrofotografie ist ein höchst interessanter Bereich der Fotografie. Wer einmal damit begonnen hat, verfällt in eine Art Sucht. Kleines muss immer größer aufs Bild. Leider ist die Technik hier begrenzt. Große Abbildungsmaßstäbe lassen sich aber bspw. mit Balgen und/oder Zwischenringen erreichen. Im ersten Teil des Artikels ging es vor allem um den Zusammenhang zwischen Auszugverlängerung und Brennweite und die Folgen für den Maßstab. Hier sollen nun erweiterte Techniken behandelt werden.

Wie bereits im ersten Teil erläutert wurde, steigt bei Verwendung einer Auszugsverlängerung mittels Balgen oder Zwischenringen, der Abbildungsmaßstab. Je geringer die Brennweite ist, desto stärker die Vergrößerung, und desto  größer der Abbildungsmaßstab. Allerdings ist diese Möglichkeit begrenzt. Denn, je kleiner die Brennweite, desto näher müssen Sie ans Motiv. Irgendwann ist, abhängig von der Länge der Auszugsverlängerung und der Brennweite eine Kombination erreicht, wo Sie nicht mehr scharf stellen können, weil dazu Ihr Motiv hinter der Frontlinse des Objektivs liegen müsste.

Probleme des extrem kurzen Motivabstands

Mit dem immer kürzeren Motivabstand bei kleineren Brennweiten, gibt es ein weiteres Problem, nämlich die Beleuchtung. Wenn Sie weniger als 2cm vom Motiv entfernt sind, hilft auch ein Ringblitz nicht mehr. Dann können Sie Motive eigentlich nur noch von hinten beleuchten und dazu müssen sie transparent sein. Zudem schlägt selbst das gutmütigste Tier in der Regel bei Abständen unter 3cm die Flucht ein. Praxistauglich sind daher nur Brennweiten über 35mm, wenn Sie sie an Balgen oder Zwischenringen mit maximaler Auszugverlängerung nutzen möchten.
Für Abbildungsmaßstäbe, die darüber hinaus gehen, müssen Sie sich was anderes einfallen lassen. Dazu gibt es drei Möglichkeiten:

  • Ein Objektiv in Retrostellung am Balgen.
  • Ein Lupenobjektiv am Balgen
  • Ein Objektiv in Retrostellung ohne Balgen, dafür aber mit zusätzlicher Nahlinse.

Retrostellung

Objektiv in Retrostellung heißt, dass Sie ein Objektiv umgekehrt anschließen, also mit dem Filtergewinde zur Kamera. Da das aber natürlich nicht an das Bajonett der Kamera passt, brauchen Sie dafür einen Adapter, einen sogenannten Retroring oder Umkehrring für das Bajonett Ihrer Kamera.
Die Retrostellung hat zwei entscheidende Vorteile:

  • Größere Naheinstellgrenze
  • Besser Abbildungsleistung

Naheinstellgrenze

Die Naheinstellgrenze des Objektivs ist in umgekehrter Stellung fix auf einen Wert festgelegt, der dem Auflagemaß der Kamera entspricht. Bei gängigen SLR-Modellen beträgt das Auflagemaß um die 4cm.  Das heißt Sie gewinnen unabhängig von der Brennweite Abstand zum Motiv, den Sie zur Beleuchtung nutzen können.

Abbildungsleistung

Die Abbildungsleistung ist in Retrostellung besser. Das hat einen ganz einfachen Grund. Bei Brennweiten unter 40mm, handelt es sich in der Regel um Weitwinkel-Objektive, die in der Regel für Landschafts- und Architekturaufnahmen verwendet werden. Daher wird hier meist auf Unendlich fokussiert. Das heißt, ein gutes Weitwinkel-Objektiv erzielt auch bei Fokussierung auf Unendlich seine beste Abbildungsleistung. Drehen Sie nun das Objektiv um, entspricht die Unendlich-Stellung dem Nahbereich. Das heißt, die gute Abbildungsleistung, die Sie im Nahbereich bei normalem Anschluss des Objektivs nie erzielen können, steht ihnen in Retrostellung zur Verfügung.

Tipp

Daher ist es auch ganz wichtig, dass Objektiv auf Unendlich zu fokussieren, wenn Sie es in Retrostellung anbringen. Die Schärfe stellen Sie dann ohnehin über den Abstand zum Motiv, also mit der Einstellschiene des Balgens oder einem Makroschlitten ein.

In Frage kommende Objektive

Stellt sich jetzt die Frage, welche Objektive man für so etwas nimmt. Generell kommen alle Weitwinkel-Objektive in Frage. Sie müssen aber

  • Eine ausreichende Abbildungsleistung haben
  • Dürfen nicht zu dick sein, sonst können Sie den Balgen nur voll ausgezogen nutzen
  • Im optimalen Fall sollte es eine Festbrennweite sein, da die Abbildungsleistung hier besser ist.
  • Bei Nikon-Objektiven muss es zwingend ein Objektiv mit Blendenring sein.

 

Tipp: Blende ohne Blendenring einstellen

Verwenden Sie ein Objektiv ohne Blendenring, können Sie in Retrostellung natürlich nicht die Blende einstellen. Das liegt daran, dass diese dann ja nicht über die Kamera gesteuert werden kann weil eine Datenübertragung zwischen Kamera und Objektiv in Retrostellung nicht funktioniert.  Es gibt aber einen kleinen Trick, der immer funktioniert, wenn Ihre Kamera über eine Abblendtaste verfügt und das Objektiv an die Kamera passt (das muss ja nicht zwingend sein, wenn Sie es in Retrostellung nutzen möchten).  Sie gehen dazu wie folgt vor:

  • Schließen Sie das Objektiv richtig herum an und stellen Sie die gewünschte Blende an der Kamera ein.
  • Drücken Sie die Abblendtaste und halten Sie sie gedrückt, währen Sie das Objektiv abnehmen. Dadurch wird die Blende geöffnet und bleibt geöffnet.
  • Sie können das Objektiv nun in  Retrostellung anbringen und fotografieren.

Bei Objektiven ohne Blendenring besteht aber das Problem, dass Sie wie oben beschrieben nur recht umständlich die Blende einstellen können. Flexibel sind sie daher nicht. Außerdem ist durch das Abblenden das Sucherbild sehr dunkel, was das exakte Fokussieren sehr schwer macht. Besser ist daher, Sie verwenden Objektive mit Blendenring, denn dann können Sie die Schärfe bei offener Blende einstellen und erst vor dem Auslösen abblenden.

Hinweis: Besonderheit bei Nikon-Objektiven

Wenn Sie Nikon-Objektive (auch Sigma-Objektive für Nikon-Anschluss) verwenden, die keinen Blendenring haben, haben Sie ganz schlechte Karten, denn auch wenn Sie die Abblendtaste gedrückt halten, wenn sie die Blende eingestellt haben, wird die Blende auf den minimalen Wert geschlossen, wenn Sie das Objektiv abnehmen.  Um die Blende für die Aufnahme zu öffnen, müssen Sie am Kameraanschluss des Objektivs einen Metallstift verschieben und festhalten. Das ist natürlich umständlich, führt zu Verwacklungen und ungenauer Belichtung, wenn Sie während der Belichtung am Stift wackeln. Bei Nikon-Objektiven sollten Sie daher immer Objektive mit Blendenring nehmen.

Gute Erfahrungen habe ich persönlich mit folgenden Objektiven gemacht:

  • Nikkor 35mm AiS, F2,8(hat allerdings wohl bei harten Kontrasten CAs, die sich aber ertragen lassen)
  • Nikkor 28mm AF-D, F2,8
  • Nikkor 50mm AF-D F1,8
  • Zeiss Biotar 25mm für 8mm-Schmalfilmkamera (Am Balgen Maßstab bis 7:1)
  • Zeiss Biotar 12,5mm, für 8mm-Schmalfilmkamera (Am Balgen Maßstab bis 14:1).


Der Einsatz von Objektiven, die gar nicht für die Verwendung an Ihrer Kamera gedacht sind und für die es auch keine Adapter gibt, ist deshalb in Retrostellung möglich, weil Sie die Objektive ja nur mit dem Filtergewinde anschrauben bzw. mit der Vorderseite zur Kamera zeigend anbringen müssen. Der Anschluss muss nicht zum Bajonett der Kamera passen.

Problematisch bei exotischen Objektiven wie den Biotaren für 8mm Schmalfilmkameras ist jedoch, dass Sie über unpassende Filtergewinde verfügen. Sie haben einen so kleinen Durchmesser, dass es dafür keine Filter-Reduzierringe mehr gibt, die man auf den Retroring schrauben kann. Man muss für die Montage solcher Objektive also etwas Fantasie und handwerkliches Geschick haben. Beide haben überdies eine Naheinstellgrenze um die 2cm und sind damit in der Praxis nur sehr bedingt einsetzbar, auch wenn sie unter kontrollierten Studiobedingungen hervorragende Ergebnisse liefern.

Tipp:

Ich verwende zur Montage an der Nikon einen M42-Adapter mit Unendlich-Einstellung für Nikon, aus dem ich das Glas aus der Mitte herausgebrochen haben. Das Biotar befestigte ich dann am Balgen mit Hilfe von drei Haushaltsgummiringen. Klappt ganz gut.

Lupenobjektive

Alternativ erreichen Sie hohe Maßstäbe natürlich auch mit Lupenobjektiven. Die können Sie mittels RMS-Adapter für das Bajonett Ihrer Kamera bzw. des Balgens an den Balgen oder die Zwischenringe anschließen. Sie verfügen aber nicht über einen Fokussiering, sondern im Höchstfall über einen Blendenring. Es gibt aber auch Lupenobjektive ohne Blendenring. Sie verfügen dann nur über eine fixe Blende. Allerdings können Sie dann beim Einstellen der Blende auch nichts falsch machen.
Lupenobjektive mit RMS-Gewinde gibt es schon ab 30 EUR bei eBay. Die Preise überschreiten aber schon mal die 300 EUR-Grenze. Die Ergebnisse mit Lupenobjektiven sind in der Regel sehr gut.

Retrostellung und Makrolinse

Wenn Sie keinen Balgen und keine Zwischenringe haben, lassen sich große Abbildungsmaßstäbe auch mit Hilfe von Retroringen und achromatischen Makrolinsen erreichen. Meine Versuche haben ergeben, dass ein 28mm Objektiv in Retrostellung direkt an der Kamera, kombiniert mit einer Nahlinse von Raynox immerhin Abbildungsmaßstäbe bis 3,6:1 erreicht. Mit einem 20mm-Objektiv ist das sicherlich noch zu steigern. Damit Sie aber die Nahlinse auf die Rückseite des Objektivs aufschrauben oder klemmen können. Benötigen Sie zusätzlich einen Abschluss für das Objektiv. Sie bekommen solche Retro-Abschlussringe bspw. auf www.Traumflieger.de. Darauf schrauben Sie dann einen einfachen 52 oder 55mm-Filter, bspw. eine Skylight-Filter. Der schützt dann auch die Objektivrückseite vor Verschmutzungen und eindringende Insekten. Auf den Filter oder direkt auf den Abschlussring können Sie dann die Nahlinse aufschrauben oder bei Nahlinsen mit Universalklemmadapter von Raynox, den Adapter festklemmen.

Sinnvolle Blenden

Je größer der Maßstab, desto geringer natürlich die Schärfentiefe bei gleicher Blende. Diese lässt sich allerdings nicht bis unendlich ausdehnen, indem Sie einfach die Blende weiter schließen. Das wird allein durch zwei Eigenschaften verhindert:

  • Haben Sie keine Möglichkeit die Blende zu verstellen, bevor Sie auslösen, weil das Objektiv keinen Blendenring hat, oder sie ihn nicht verstellen können, weil Sie dann bspw. an Ihr Motiv stoßen würden, können Sie in der Regel ab Blende 6,7 bei gutem Licht nicht mehr scharf stellen, weil das Sucherbild zu dunkel ist.
  • Je größer der Maßstab, desto mehr wirkt sich die Beugungsunschärfe aus. Sie führt zu Unschärfe, auch wenn Sie exakt fokussiert haben.

In der Regel sollten Sie daher bei allen hier geschilderten Techniken maximal bis Blende 6,7 gehen. Bei Verwendung des Biotars 12,5mm ist sogar nur eine Blende von 4 praxistauglich. Das heißt also auch, dass der Schärfebereich sehr gering ist.

Fazit

Techniken gibt es eine ganze Menge. Wichtig ist nur, dass Sie sie richtig einsetzen. Neben der Wahl der richtigen Technik gibt es natürlich noch weitere Probleme, die zu lösen sind, wie die Beleuchtung, Vermeidung von Verwacklungsunschärfe und die korrekte Fokussierung. Darum wird es in einem weiteren Artikel zur Mikro- und Makrofotografie gehen.

<HS>

Rechtliche Rahmenbedingungen

Alle Inhalte wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Ich übernehme für Fehlerfreiheit allerdings keine Gewähr und hafte keinesfalls für Folgen, die sich aus Fehlern oder unsachgemäßem Gebrauch des Codes und der Inhalte ergeben.
Code und Beispiele dürfen für den privaten Gebrauch frei verwendet werden. Eine Veröffentlichung (auch auszugsweise) sowohl online wie auch auf klassischen Medien ist nur nach meiner ausdrücklichen Zustimmung möglich. Verlinkung der Artikel ist jedoch erlaubt und erwünscht, solange immer auf die Webseite und nicht die PDF-Datei verlinkt wird.

Makrofotografie mit Balgen und Zwischenringen – Teil 1

Autor: Helma Spona

Betrifft: Fotografie

Download: PDF

Makrofotografie ist ein höchst interessanter Bereich der Fotografie. Wer einmal damit begonnen hat, verfällt in eine Art Sucht. Kleines muss immer größer aufs Bild. Leider ist die Technik hier begrenzt. Große Abbildungsmaßstäbe lassen sich aber bspw. mit Balgen und/oder Zwischenringen erreichen.

Der Abbildungsmaßstab gibt an, wie groß ein Objekt auf dem Negativ bzw. dem Sensor der Kamera dargestellt wird. Eine Angabe von 2:1 bedeutet, dass das Motiv doppelt so groß auf dem Sensor abgebildet ist, wie es groß ist. Es gibt viele Methoden hohe Abbildungsmaßstäbe zu erreichen. Die meisten Makroobjektive erreichen maximal 1:1: Alles was darüber hinausgehen soll, erfordert zusätzlichen technischen Aufwand. Eine gute Möglichkeit ist die Erhöhung des Abbildungsmaßstabes durch Auszugverlängerung.

Abbildungsmaßstab durch Auszugsverlängerung erhöhen

Der klassische Weg in die Makrofotografie sind Balgen und Zwischenringe. In beiden Fällen erfolgt die Vergrößerung, durch Auszugverlängerung. Bemerkenswert dabei ist, je kleiner die Brennweite die man mit Balgen oder Zwischenringen verwendet, desto größer ist der Abbildungsmaßstab, den man erreichen kann. Allerdings hat das ganze zwei Haken:

  • Bei zu kleiner Brennweite (im Verhältnis zur Länge der Zwischenringe bzw. des Balgens) kann man nicht mehr scharfstellen, weil dann der Schärfebereich hinter der Frontlinse liegt.
  • Je kleiner die Brennweite, desto kleiner ist der Abstand zum Motiv und desto geringer ist die Tiefenschärfe.

Bei meiner Kombination aus voll ausgezogenem Balgen mit 50mm Objektiv betrug der Motivabstand ca. 5cm, beim 60mm-Objektiv und ca. 6cm Bei dem Versuch mit dem 17-35mm Weitwinkel an Zwischenringen scharf zu stellen, musste ich feststellen, dass bei nicht ganz so langen Zwischenringen wie der Balgen lang ist, schon bei ca. 33mm Schluss war. Bei 33mm lag der Schärfepunkt genau auf der Frontlinse, scharfstellen ging also noch, eine Beleuchtung funktioniert dann natürlich nur bei transparenten Motiven von hinten. Bei allen Brennweiten die kleiner sind, lag der Schärfepunkt wohl hinter der Frontlinse.

Die zu verwendenden Objektive

Immer wieder ist zu lesen, dass für Nahaufnahmen Objektive verwendet werden sollen, die für den Nahbereich berechnet und konzipiert sind, also Makro- oder Lupenobjektive oder Vergrößerungsobjektive für Labor-Vergrößerer. Das kann ich so nicht generell bestätigen. Das folgende Bild zeigt Aufnahmen am voll ausgezogenen Balgen bei der maximalen Blende des verwendeten Objektivs, links das Nikkor 50mm f/1,8, rechts ein Schneider-Kreuznach Vergrößerungsobjektiv Componon 60mm. Als Motiv diente ein Mikrofaser Geschirrhandtuch.

Der größere Abbildungsmaßstab links durch die kleinere Brennweite lässt sich gut erkennen, eine schwächere Abbildungsleistung ist nur am äußersten Rand zu erkennen die mit Sicherheit bei der Masse der Motive nicht mal auffällt. Selbst bei meinem Weitwinkel Sigma EX 17-35mm DG an der EOS 400D und einem 7cm-Zwischenringset, war ich positiv von der Abbildungsleistung überrascht.

Lediglich im Randbereich wird es unscharf, aber dennoch bin ich erstaunt, wie gut die Schärfe in der Bildmitte ist, dafür dass das Objektiv in 35mm-Stellung nur 2mm vom Motiv entfernt und daher eine Belichtung von 25 Sekunden notwendig war. Und ich denke, für ein Zoom-Objektiv, das ohnehin ja eine schlechtere Abbildungsleistung als eine gute Festbrennweite hat, kann man damit gut zufrieden sein.

HINWEIS:

Der geringere Abbildungsmaßstab kommt daher, dass die Zwischenringe weniger lang als der voll ausgezogene Balgen ist.

Erzielbare Abbildungsmaßstäbe

Welcher Abbildungsmaßstab sich erzielen lässt, hängt davon ab, welche Brennweite verwendet wird. Nach meinen Berechnungen ergibt das 50mm-Objektiv an der Nikon D300 einen Maßstab von 2,5:1 und das 60mm-Objektiv einen Maßstab von 2:1. Bei einem Objektiv mit 44mm Brennweite dürfte daher mit einen Maßstab von annähernd 3:1 zu rechnen sein. Weiteres folgt etwas später in der Fortsetzung dieses Beitrags.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Alle Inhalte wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Ich übernehme für Fehlerfreiheit allerdings keine Gewähr und hafte keinesfalls für Folgen, die sich aus Fehlern oder unsachgemäßem Gebrauch des Codes und der Inhalte ergeben.
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FAQ für Autoren und Autorinnen

Diese Seite enthält einige Informationen und Ratschläge für Autoren und solche, die es noch werden möchten. Während meiner bisherigen Tätigkeit als freiberufliche Autorin habe ich sehr viele schlechte, aber auch ein paar gute Erfahrungen mit Zeitschriften- und Buchverlagen gemacht. Immer wieder bekomme ich Emails von Leuten, die gleiche oder ähnliche Erfahrungen gemacht haben, oder mich fragen, wie man einen guten Verlag findet, auf welche Vertragsbedingungen man achten muss etc.

Diese Erfahrungen und Fragen habe ich auf dieser Seite in Form von Frequently Asked Questions zusammengefasst, in der Hoffnung, dass sie anderen helfen und nützlich sind.

Hinweis:

Diese Informationen beziehen sich jedoch auf Computer-Fachbücher und Fachzeitschriften und sind daher nur bedingt auch auf andere Verlagsprodukte anwendbar.

Muss ein Manuskript fehlerfrei sein?

Nein, definitiv nicht. Kein Mensch ist fehlerlos, weder Autor, noch Verlag. Daher erwartet kein Verlag ein Manuskript zu bekommen, das frei von jeglichen Tipp- und Rechtschreibfehlern ist. Allerdings soll das jetzt kein Freibrief für Manuskripte sein, die vor Fehlern nur so strotzen. In der Regel sollten sich die Fehler im Rahmen halten, insbesondere was wirkliche Flüchtigkeits- und Tippfehler angeht, die auf dem ersten Blick und mit der Rechtschreibprüfung Ihrer Textverarbeitung zu erkennen und zu beseitigen gewesen wären.

Der Text sollte so weit fehlerfrei sein, dass der Fachlektor und der sprachliche Lektor das Gelesene verstehen können. Es gibt leider immer noch Autoren, die ihre Texte einfach runterschreiben und danach weder selbst noch durch andere Korrekturlesen lassen. Wenn man dann als Fachlektor jeden Satz 5 x lesen muss, um ihn zu verstehen, weil ein Satz bspw. über 10 Zeilen geht, keine Kommas hat, aus unvollständigen Nebensätzen besteht und noch dazu falsche Artikel und Fälle verwendet werden, ist das wirklich eine Zumutung vor allem, für den sprachlichen Lektor, der das dann alles korrigieren muss.

Mit solchen Manuskripten verärgern die Verlage ihre sprachlichen und fachlichen Lektoren, da das Lektorat nach Seiten und nicht nach Stunden bezahlt wird. Muss man für ein dermaßen schlechtes Manuskript aber statt 10 Stunden 30 Stunden verwenden, weil es absolut unverständlich ist, kriegt man ja nicht mehr Geld dafür. Da die Verlage aber auf Lektoren angewiesen sind, führt das im Endeffekt dazu, dass die Verlage bei einem solchen Manuskript eher auf den Autor als auf die Lektoren verzichten, die ja berechtigterweise sauer sind.

Wer sein erstes Buch schreibt und nicht weiß, wie hoch die eigene Rechtschreibfehlerquote ist, oder wie gut die Grammatik ist, dem kann ich nur empfehlen die Rechtschreib- und Grammatikprüfung der Textverarbeitung ausgiebig zu nutzen. Word bietet zudem auch die Möglichkeit eine Textanalyse zu machen, die bspw. Hinweise darauf liefert wie einfach oder schwer verständlich der Text ist.

Wie plant und realisiert man ein Buch am besten?

Eine allgemeine Regel gibt es dafür eigentlich nicht. Ich gehe dazu immer wie folgt vor:

  1. Abklären der Seitenzahl mit dem Verlag
  2. Erstellen des Inhaltsverzeichnisses in einer Excel-Tabelle mit den Soll-Seitenzahlen
  3. Schreiben der einzelnen Kapitel
  4. Korrekturlesen und erzeugen der Indexeinträge

In die Excel-Tabelle trage ich immer die Seitenzahlen für die einzelnen Kapitel und deren Fertigstellungs-Status ein. Damit ich immer die Kontrolle darüber habe, ob ich es schaffe, den Termin einzuhalten berechnet die Excel-Tabelle zusätzlich:

  • Das aktuelle Datum
  • Die fehlenden Seiten
  • Die noch verfügbaren Arbeitstage bis zum Abgabetermin
  • Die Anzahl Seiten, die pro Tag geschrieben werden müssten

Mit diesen Angaben hat man dann jederzeit den Überblick. Steigt die Anzahl Seiten, die man pro Tag schreiben müsste, schafft man zu wenig. Wenn es keine realistische Möglichkeit gibt, dies wieder aufzuholen, kann man den Verlag dann rechtzeitig über die verspätete Abgabe informieren.

Ist es erlaubt mehr als die vereinbarte Seitenzahl abzuliefern?

In der Regel sollte man sich an die mit dem Verlag vereinbarte Seitenzahl halten. Sie ist in der Regel bedingt durch den geplanten Verkaufspreis, das Buchbindeverfahren und eventuell die Reihe, in der das Buch erscheinen soll. Eine zu starke Abweichung nach oben oder unten ist daher in der Regel nicht möglich. Nicht immer kann man sich aber so genau an die Seitenzahl halten, insbesondere, wenn man bei der Planung des Projekts noch keine genauen Informationen darüber hat, was auf eine Seite passt. Wenn man ein Buch aber richtig plant fällt schon während des Schreibens auf, wenn man zu viele Seiten pro Kapitel schreibt. Man hat dann immer noch die Möglichkeit andere Kapitel zu kürzen.

Gelingt es dennoch nicht, und gibt man zu viele Seiten ab, lässt sich da auch im Satz noch einiges machen, wie kleinere Seitenränder oder Schriftgrößen, der Verzicht auf Schmuckseiten etc. Allerdings sollen Sie dies vorher mit Ihrem Verlag absprechen und nicht einfach 700 Seiten abliefern, wenn die nur mit 500 rechnen. Grundsätzlich gilt, dass sich satztechnisch um so mehr machen lässt, je mehr (geplante) Seiten das Buch hat. Wenn ein Buch, für da Sie 900 Seiten abgeben auf 800 gekürzt werden muss, ist das einfacher möglich als 200 Seiten auf 100 zu kürzen, da sich hier schon kleine Änderungen auf die hohe Seitenzahl günstig auswirken. Generell kann man davon ausgehen, dass sich im Satz die Seitenzahl um 5-10% reduzieren lässt. Das hängt jedoch auch davon ab, wie viele Bilder das Manuskript enthält.

Wie stellt man sicher, dass die Seitenzahl eingehalten wird?

Ich mache das immer, in dem ich mir bereits beim Erstellen des Inhaltsverzeichnisses überlege, wie viele Seiten ein Kapitel haben soll bzw. darf. Wenn ich dann die Kapitel schreibe, trage ich die tatsächlichen Seitenzahlen in die Tabelle ein und habe so immer einen überblick ob ich die Seitenzahlen einhalte oder nicht. Bei größeren Abweichungen kann dies dann in anderen Kapiteln korrigiert werden oder weniger wichtige Kapitel können entfallen.

Wie finde ich einen Verlag?

Wenn es ein Thema gibt, mit dem Sie sich besonders gut auskennen und etwas veröffentlichen möchten, sollten Sie zunächst nach einem Verlag suchen, der Veröffentlichungen in einem Bereich macht, in den Ihr Thema hinein passt. Sie können Sich dann einfach formlos beim Verlag bewerben. Manche Verlage bieten auch die Möglichkeit sich über deren Website zu bewerben. Meiner Erfahrung nach, sind die Erfolgsaussichten damit jedoch kleiner. Auf meine Bewerbungen dieser Art habe ich noch keinerlei Reaktionen bekommen, während schriftliche Bewerbungen meist erfolgreich waren. Wenn Sie ein Buch des gewünschten Verlags besitzen, können Sie sich bspw. im Impressum über den zuständigen Produktmanager informieren und Ihre Bewerbung gleich an den Produktmanager richten. Ihre Bewerbung sollte folgende Informationen enthalten:

  • Angaben über das Buchprojekt oder den Artikel, den Sie schreiben möchten
  • Angaben über Sie,
    • welche Ausbildung Sie haben.
    • was Sie bisher veröffentlicht haben.
    • warum Sie meinen, geeignet für das Projekt oder den Artikel zu sein.
    • ein kurzer Lebenslauf
    • detaillierte Angaben über Ihre Veröffentlichungen, falls vorhanden.

Wieviel Prozent Autorenhonorar sind bei Büchern üblich?

Das richtet sich nach mehreren Faktoren. Zum einen wird natürlich berücksichtigt, ob Sie als Autor bzw. Autorin bereits bekannt sind. Dann werden Sie jedoch in der Regel diese Tipps nicht benötigen. Fangen Sie gerade erst als Autor oder Autorin an, können Sie je nach Verlag und Thema mit 5-9% vom Netto-Händlerverkaufspreis rechnen. Einige große deutsche IT-Verlage zahlen zwischenzeitlich auch bis zu 12%, erwarten aber auch entsprechend professionelle Arbeit von den Autoren.

Einige Verlage locken Autoren mit hohen Prozentzahlen. Bei allem, was sich über 12% bewegt, sollten Sie jedoch vorsichtig sein. Normalerweise werden die Honorare von dem Nettopreis berechnet, zu dem die Bücher an die Händler verkauft werden. Hohe Prozentzahlen können die Verlage z.B. dann versprechen, wenn Sie diese Prozente bspw. von den Produktionskosten des Buchs berechnen, das bedeutet dann jedoch nicht, dass Sie pro verkauften Exemplar mehr bekommen. Achten Sie also unbedingt darauf, was die Basis der angegebenen Prozente ist. Außerdem spielen natürlich auch die zu erwartenden Verkaufszahlen eine Rolle. In der Regel ist es günstiger einen Vertrag mit einem niedrigeren prozentualen Honorar abzuschließen wenn es sich dabei um einen Verlag handelt, von dem hohe Auflagen zu erwarten sind. Natürlich müssen Sie auch abwägen, welche sonstigen Bedingungen der Vertrag enthält.

Woran erkenne ich die „schwarzen Schafe“ der Branche?

Das ist ein grundsätzliches Problem. Leider ist es so, dass es gerade in der Verlagsbranche viele schwarze Schafe gibt, denen es im Wesentlichen darum geht, arglose Autoren auszubeuten. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das es keine Seltenheit ist, dass gerade kleine Verlage in kurzer Zeit viele Veröffentlichungen machen, dann „plötzlich“ in Konkurs gehen und die Autoren nie ihr Honorar sehen. Diese Gefahr ist bei Verlagen, die bereits bekannt sind und längere Zeit existieren, natürlich deutlich geringer. Unabhängig davon besteht natürlich auch immer die Möglichkeit, dass eine vertraglich vereinbarte Veröffentlichung nicht erfolgt. Kommt das bei einem Verlag ab- und zu mal vor, ist das normal. Anders sieht dies schon aus, wenn das häufig vor kommt. Die Autoren bekommen dann in der Regel für die schon geleistete Arbeit kein Geld und können ja nach Thema auch nicht immer einen anderen Verlag finden. Es gibt Verlage, bei denen das so häufig vorkommt, das man dies schon nicht mehr als fair gegenüber den Autoren bezeichnen kann. Leider können Sie das im Vorfeld nicht feststellen. Sie können jedoch recherchieren und aus den Ergebnissen Ihre eigenen Schlüsse ziehen. Ich gehe bspw. immer folgendermaßen vor, wenn ich beabsichtige ein Buchprojekt mit einem mir unbekannten Verlag zu machen:

Ich suche im Internet nach Büchern des Verlags und notiere mir zwei bis drei Autoren, die häufiger für den Verlag schreiben.

Dabei versuche ich je einen Autor/In zu finden,

  • der nicht nur für diesen Verlag schreibt
  • der längere Zeit nichts mehr für diesen, dafür aber für andere Verlage geschrieben hat
  • der in etwa zu einem ähnlichen Thema schreibt.

Diesen Autoren schreibe ich dann jeweils eine kurze E-Mail in der ich sie frage, wie sie mit dem Verlag zufrieden sind. Meist bekommt man eine nette Antwort und weiß dann Bescheid.

Aber nicht nur bei den Verlagen gibt es schwarze Schafe, sondern auch bei diversen „Redaktionsbüros“ und ähnlichen Firmen, die nichts weiter machen, als Autoren zu beschäftigen, die als sogenannte Ghostwriter Bücher und Fachartikel schreiben, die dann unter anderem Namen veröffentlicht werden. Gerade, wenn Sie Verträge mit solchen Firmen abschließen, statt direkt mit den Verlagen, sollten Sie sehr genau auf die Vertragsbedingungen achten. Oft enthalten solche Verträge Klauseln, die Ihnen z.B. verbieten zum gleichen Thema auch Veröffentlichungen in anderen Verlagen zu machen. Dies ist zwar üblich, schließt aber im Normalfall nicht generell eine Veröffentlichung aus, sondern nur in Produkten, die als Konkurrenz- Produkte angesehen werden. Achten Sie also darauf, dass im Vertrag auf jeden Fall erwähnt wird, in welcher Form und bei welchem Verlag Ihr Projekt veröffentlicht wird. Außerdem sollten Sie auch darauf bestehen, dass in einem solchen Vertrag schriftlich festgelegt wird, dass Sie als Autor aufgeführt werden. Bedenken sollten Sie auch dann haben, wenn solche „Redaktionsbüros“ nur als Herausgeber fungieren und/oder Verträge zwischen Autoren und Verlagen vermitteln. Oft werden dann für die Vermittlung des Vertrags „Gebühren“ erhoben. Verlangen solche Firmen bspw. 30% Ihres Autorenhonorars ist dies nur dann gerechtfertigt, wenn dem auch zusätzliche Leistungen gegenüberstehen, die über die Vertragsvermittlung hinausgehen. Stellen diese Firmen Ihnen z.B. die benötigte Hard- und Software für Ihre Veröffentlichung zur Verfügung, ist dies sicherlich gerechtfertigt.

Bedenken Sie bei Vertragsverhandlungen immer, dass ein Verlag ohne gute Autoren NICHTS ist. Viele Autoren machen gerade bei der ersten Veröffentlichung den Fehler, dass sie meinen, es ist schon etwas Wert überhaupt einen Verlag zu finden. Tatsache ist aber, die Verlage tun Ihnen mit der Veröffentlichung ja keinen persönlichen Gefallen, sondern verdienen auch an Ihrer Veröffentlichung. Sie werden nichts veröffentlichen, von dem sie nicht überzeugt sind, dass es sich verkauft.

Natürlich gibt es nicht nur Verlage, die sehr unfair zu ihren Autoren sind. Genauso gibt es auch bei den Autoren schwarze Schafe, die z.B. aus anderen Veröffentlichungen abschreiben, Ihre Manuskripte gleich an mehrere Verlage verkaufen, ohne die davon in Kenntnis setzen oder einfach miserable Manuskripte abliefern. Dies ist natürlich ebenso ein No-Go, das die ehrlichen Autoren in Veruf bringt.

Ist es sinnvoll aus Werbegründen „kostenlos“ zu schreiben?

Ganz klar „NEIN“. Gerade in den letzten Jahren häufen sich die Anfragen von Zeitschriften, sowohl Online-Zeitschriften wie gedruckten Magazinen, doch einen kostenlosen Beitrag zu verfassen. Oft noch zu ausgefallenen Themen, die man sich nicht in ein paar Stunden aus dem Ärmel schüttelt. Oft wird das fehlende Honorar damit begründet, dass es ja auch Werbung für den Autor ist. Leider ist es aber so, das heute solche Anfragen zur Regel werden und nciht die Ausnahme bleiben. Von nicht vergüteter Arbeit kann man aber als Autor seine Kosten nicht decken und es ist dann nicht etwa so, dass diese Zeitschriften nur einen gewissen Prozentsatz der Artikel nicht vergüten. Ganz im Gegenteil. Sie veröffentlichen nur Artikel, die die Autoren ohne Honorar schreiben und veröffentlichen diese teilweise oder alle auch noch im Internet. Gleichzeitig vertreiben sie ihre Zeitschrift aber über den Zeitschriftenhandel für horrende 16 EUR pro Ausgabe und verdienen auch noch an den Werbeanzeigen. Dies mit kostenlosen Artikeln zu unterstützen davon kann ich nur abraten. Wer hochqualifizierte Inhalte für eine Zeitschrift möchte und diese teuer verkauft, sollte auch bereit sein, die Autoren zu bezahlen.

Was kann ich tun, wenn Verträge nicht eingehalten werden?

Wenn eine gütliche Einigung nicht möglich ist, hilft da in der Regel nur eine Klage. Daher sollten Sie immer bis zum Abschluss eines Projektes den gesamten Schriftverkehr aufbewahren, und auch alle mündlichen Absprachen möglichst schriftlich festhalten. Das steigert Ihre Chancen, bei einer eventuellen Klage.

Zahlt meine Rechtschutzversicherung bei einer Klage?

Nachdem ich mehrere schlechte Erfahrungen gemacht habe, bin ich auf der Suche nach einer Rechtschutzversicherung zu dem Ergebnis gekommen, dass die meisten privaten Rechtschutzversicherungen generell nicht zahlen, wenn es um einen nicht privaten Rechtsstreit geht. Auch die meisten Rechtsschutzversicherungen für Firmen und Freiberufler zahlen nicht bei Vertragsstreitigkeiten. Daher ist die Chance, dass Ihre Rechtsschutzversicherung zahlt, relativ gering. Sie können jedoch einen gewissen Rechtsschutz geniessen, wenn Sie z.B. in eine Gewerkschaft wie Verdi (vormals IG Medien) eintreten. Sie haben damit die Möglichkeit Ihre Verträge vor Abschluss prüfen zu lassen und außerdem bekommen Sie bei aussichtsreichen Klagen eine finanzielle Unterstützung durch die Gewerkschaft.

Woran erkenne ich einen Verlag mit guten Konditionen?

Meistens daran, dass die Autoren sehr lange dem Verlag die Treue halten.

Welche Vertragsbedingungen sind üblich?

Übliche Verträge garantieren ein bestimmtes Honorar, das unabhängig von der verkauften Stückzahl ausgezahlt wird. Dies ist das sogenannte Garantiehonorar. Es wird normalerweise bei Drucklegung oder Manuskriptabgabe ausgezahlt. Das Autorenhonorar wird üblicherweise solange auf das Garantiehonorar angerechnet, bis dieses überschritten wird. Erst dann bekommen Sie das Honorar ausgezahlt. Autorenhonorare werden quartalsweise bei einigen Verlagen auch monatlich ausgezahlt. Normalerweise wird im Vertrag vereinbart, dass Sie keine konkurrierenden Veröffentlichungen bei anderen Verlagen machen dürfen und Überarbeitungen für Neuauflagen innerhalb einer bestimmten Frist ausführen müssen. Wenn im Vertrag keine Angaben über die Anzahl der Beleg exemplare gemacht werden, die Sie erhalten, haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf mindestens 5 Freiexemplare. Bei den meisten Verlagen haben Sie als Autor oder Autorin die Möglichkeit, Ihre eigenen Bücher verbilligt zu beziehen.

Was hat es mit einem Konkurrenzverbot auf sich?

Es dient zum Schutz der Verlage davor, dass Sie zum gleichen Thema in einem anderen Verlag eine Veröffentlichung machen, die den Absatz Ihres Buches/Beitrags erschwert. Das hindert Sie jedoch in der Regel nicht, grundsätzlich auch bei anderen Verlagen zu veröffentlichen. Es bedeutet lediglich, dass Sie im Verlag B kein Access-Einsteiger-Buch veröffentlichen dürfen, wenn Sie dies schon im Verlag A gemacht haben. Sie können jedoch dann in der Regel trotzdem ein Excel-Einsteiger-Buch im Verlag B veröffentlichen. Sollten Sie den Eindruck haben, dass die Klausel in Ihrem Vertrag Ihnen generell Veröffentlichungen in anderen Verlagen verbietet, sollten Sie darauf bestehen, dies ausdrücklich zu erlauben, wenn es sich um ein anderes Thema handelt. Im Zweifelsfalls, sollten Sie einen Rechtsanwalt zu Rate ziehen.

Welche Seitenpreise sind bei Zeitschriften/Loseblattsammlungen üblich?

Meist werden hier die tatsächlichen Druckseiten bezahlt. Je nach Formatierung passt da dann aber unterschiedlich viel drauf. Daher sollten Sie immer auch auf der Angabe einer Zeichenzahl pro Seite bestehen. Die Seitenpreise schwanken, je nach Anzahl Zeichen pro Druckseite und sind natürlich auch abhängig von der Zeitschrift. Für 3000 – 4000 Zeichen pro Seite sollten Sie auf keinen Fall weniger als 100 EUR/Seite netto bekommen. Üblich sind dafür Beträge zwischen 110 und 130 EUR/Druckseite.

Welche Sozialversicherungsmöglichkeiten gibt es?

Tipp

Mehr Informationen zur Sozialversicherung für Künstler und vielen andere Themen rund um künstlerische Tätigkeiten finden sie auch hier: Stefan Kuntz – Künstlerberatung

Wenn Sie hauptberuflich als Autor/In arbeiten möchten, können Sie sich bei der Künstlersozialkasse der LVA Oldenburg-Bremen versichern lassen. Sie haben dann wie jeder Arbeitnehmer eine gesetzliche Renten- und Krankenversicherung, die sich an der Höhe Ihres Einkommens orientiert. Außerdem zahlt die KSK den Arbeitgeberanteil an der Sozialversicherung, so dass Sie in der Regel bedeutend günstiger wegkommen, als bei einer privaten Kranken- und Rentenversicherung. Dies gilt insbesondere für Frauen, da sie noch höhere Beiträge für die priv. Krankenversicherung zahlen müssen.

Mein Verlag verlangt einen Nachweis, das ich nicht scheinselbständig bin – woher bekomme ich den?

Heute ist die DRV (Deutsche Rentenversicherung Bund) zuständig.

Gibt es analog zur GEMA für Musiker auch eine Verwertungsgesellschaft für Autoren?

Ja, die gibt es. Das ist die VG WORT. Sie können Ihre Veröffentlichungen bei der VG WORT anmelden und bekommen dann entsprechend dem aktuellen Schlüssel einmalig pro Auflage/Beitrag eine Vergütung ausgezahlt. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der VG Wort.

Worauf legen Verlage bei der Zusammenarbeit mit Autoren wert?

Wie bereis erwähnt, gibt es nicht nur bei Verlagen schwarze Schafe, sondern auch bei den Autoren. Unabhängig davon, dass es gerade im Bereich Computerbücher viele Autoren gibt, die zwar fachlich durchaus geeignet sind, aber sich leider nicht verständlich und lesbar ausdrücken können, gibt es auch solche Autoren, die sich alleine durch Ihre Arbeitsmoral jede Chance vertun, erfolgreich und über längere Zeit als Autor tätig zu sein. Es gibt bestimmte Regeln, an die Sie sich als Autor oder Autorin bei der Zusammenarbeit mit Ihrem Verlag halten sollten:

  • Liefern Sie Manuskripte pünktlich ab. Die Verlage vereinbaren anhand Ihres Abgabetermins die Termine mit den Lektoren, dem Setzer und der Druckerei und müssen diese sonst wieder aufwändig ändern, wenn Sie nicht pünktlich abliefern. Das kostet nicht nur Zeit, sondern meist auch Geld, da das Buch dann nicht pünktlich erscheinen kann.
  • Kündigen Sie verspätete Abgaben rechtzeitig an. Jeder Verlag hat sicherlich Verständnis dafür, das der Autor wegen Krankheit oder anderen plötzlichen Ereignissen einen Termin nicht einhalten kann. Wenn Sie aber schon absehen können, dass aus diesen Gründen eine pünktliche Abgabe nicht möglich ist, sollten Sie Ihren Verlag möglichst frühzeitig darüber informieren.
  • Halten Sie sich an das Reihenkonzept Ihres Buches, sofern es eines gibt.
  • Halten Sie sich möglichst genau an die vereinbarte Seitenzahl.
  • Verwenden Sie die vereinbarte Dokumentvorlage und schreiben Sie mit der von Ihrem Verlag favorisierten Textverarbeitung.
  • Schreiben Sie nicht aus Publikationen anderer Autoren und Verlage ab, ohne ordnungsgemäß zu zitieren, das kann tierischen Ärger geben, der letztendlich Sie eine Menge Geld und Nerven kostet. Aus eigenen, früheren Publikationen können Sie natürlich abschreiben, sollten dies aber nicht tun, wenn diese Veröffentlichung in einem anderen Verlag erfolgt ist.
  • Verkaufen Sie ein Manuskript nie an zwei Verlage gleichzeitig, es sei denn, beide sind damit einverstanden.

Was sind Remissionsrückstellungen?

Im Buchhandel ist es üblich, dass die Buchhandlungen nicht verkaufte Exemplare wieder an den Großhändler und dieser sie wiederum an den Verlag zurück geben kann und erstattet bekommt. Diese Rückgaben werden Remissionen genannt. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten diese Remissionen mit dem Autor abzurechnen: Der Verlag bezahlt dem Autor die ausgelieferten Exemplare voll, zieht ihm dann aber auch spätere Remissionen wieder ab. Verkauft sich das Buch schlecht, werden also viele Bücher wieder zurück gegeben, kann dies dazu führen, dass der Autor zuviel gezahlte Honorare zurückzahlen muss. Um dies zu vermeiden machen viele Verlage sogenannte Remissionsrückstellungen. Dabei wird von dem eigentlich fälligen Autorenhonorar ein bestimmter Anteil als sogenannte Remissionsrückstellung abgezogen, das nicht ausgezahlt wird. Von diesen Rückstellungen werden Remissionen abgezogen, so dass der Autor nicht Gefahr läuft Honorar zurück zahlen zu müssen. In der Regel beträgt die Remissionsrückstellung 10% des fälligen Honorars und wird bis zu einem Maximalbetrag zurückbehalten. Remissionsrückstellungen sind durchaus üblich. Der Autor bekommt auch dieses Honorar natürlich ausbezahlt, nur eben zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Schlussabrechnung für das Buch erstellt wird. Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn die Auflage komplett verkauft ist und keine Neuauflage erfolgt. Danach werden noch ein paar Monate abgewartet, falls noch Remissionen kommen. Danach wird die Schlussabrechnung erstellt und der Autor bekommt die restlichen Remissionsrückstellungen ausgezahlt. Im Prinzip ist die Remssionsrückstellung also etwas ähnlich wie die Kaution bei einer Mietwohnung.

Sind pauschale Honorare üblich?

Nein, ganz sicher nicht, es sei denn, Sie meinen Garantiehonorare? Es sind jedoch Themenbereiche und Verlagsprodukte denkbar, in denen das durchaus Sinn machen kann. Es kommt im Einzelfall darauf an, welche Rechte Sie dem Verlag damit einräumen. Problematisch ist ein solches pauschales Honorar immer dann, wenn eine oder mehrere der folgende Vertragsbedingungen zutreffen:

  • Der Verlag hat das Recht auch Übersetzungen in beliebige Sprachen anfertigen zu lassen, für die kein separates pauschales Honorar gezahlt wird.
  • Das Honorar bezieht sich auf eine spezifizierte Anzahl Exemplare der Veröffentlichung, Sie haben aber keinen Anspruch auf eine Abrechnung.
  • Das Honorar wird nicht bei Neuauflagen neu ausgezahlt
  • Das Honorar wird auch bei überarbeiteten Neuauflagen nicht erneut gezahlt
  • Das Honorar bezieht sich nicht ausdrücklich auf eine bestimmte Anzahl Auflagen.
  • Das Honorar bezieht sich auf eine oder mehrere festgelegte Auflagen aber die Auflagenhöhe wird nicht vertraglich festgelegt

Daneben kommt es natürlich auch auf die Höhe des Honorars an. Bietet ein Verlag 50.000 EUR pauschal für ein Manuskript, ist es fast schon egal welche Rechte Sie dem Verlag damit einräumen. Diese Summe müssen Sie bei einem von den Verkaufszahlen abhängigen Honorar erst einmal verdienen. Kein Verlag wird aber so dämlich sein, solche Summen zu zahlen, zumal dann das Risiko, dass die Veröffentlichung ein Flop wird, nur der Verlag trägt. In der Regel werden Sie also deutlich geringere Honorare geboten bekommen. Diese bewegen sich meist unterhalb von 5.000 EUR. Leider ist es nur so, dass Sie bei einem regulären Honorar, das absatzabhängig ist, je nach Thema und Art der Publikation im Laufe der Zeit weit mehr als 5.000 EUR verdienen können. Das richtet sich aber auch sehr nach dem Thema, der Wirtschaftslage und dem Verlag.

Ob das gebotene Pauschalhonorar gerechtfertigt ist, richtet sich natürlich auch danach, wieviel Aufwand das Manuskript verursacht. Für ein 1000 Seiten Buch wären 1000 EUR natürlich zu wenig, für ein 100 Seiten Buch in das nur wenig Text passt, und das in zwei Tagen geschrieben ist, sind 1000 EUR natürlich schon interessanter.

Welche Ausbildung benötige ich als Autor/In?

Eine besondere Ausbildung benötigen Sie eigentlich nicht. Sie sollten jedoch von den Themen über die Sie schreiben möchten Ahnung haben. Werden Ihnen Projekte angeboten, die über Ihr Fachwissen hinaus gehen, sollten Sie sie ablehnen. Nichts ist schlimmer als wenn sich beim fachlichen Lektorat heraus stellt, dass der Autor keine Ahnung hatte und das Buch vor Fehlern nur so strotzt. Sie schaden damit nicht nur sich, sondern auch dem Ruf des Verlags, sollten die Fehler beim fachlichen Lektorat nicht auffallen. Nicht immer hat nämlich der fachliche Lektor die entsprechenden Kenntnisse um solche Fehler zu finden, auch wenn das eigentlich so sein sollte. Außerdem sollten Sie der deutschen Sprache mächtig sein. Das bedeutet, Sie sollten so schreiben, dass es jeder versteht, vollständige und im wesentlichen fehlerfreie Sätze formulieren können. Das ist leider auch nicht selbstverständlich.

Kann ein Verlag vertraglich vereinbaren, dass keine Veröffentlichungspflicht besteht?

Im Prinzip geht das nicht. In einem Verlagsvertrag besteht die Pflicht des Verlags in der Veröffentlichung. Wird dies vertraglich ausgeschlossen und zusätzlich die Vergütung von der Veröffentlichung abhängig gemacht, stellt das sicherlich eine ungerechtfertigte Benachteiligung des Autors dar, die gemäß AGB-Gesetz zur Unwirksamkeit der Klausel führt. Wenn Sie einen solchen Vertrag erhalten, sollten Sie jedoch einen Anwalt zu Rate ziehen. Selbstverständlich kann der Verlag im Vertrag eine Veröffentlichung für den Fall ausschließen, dass das Manuskript nicht vereinbarungsgemäß abgeliefert wird.

Warum ist es wichtig, sich an die Formatierungsanweisungen zu halten?

Nur wenn Sie die Dokumentvorlage des Verlages benutzen und korrekt anwenden, bzw. den Text nach deren Vorgaben formatieren, kann auch ein Ergebnis herauskommen, mit dem Sie als Autor zufrieden sein können. Abhängig vom verwendeten Satzprogramm kann es bspw. einen großen Unterschied machen, ob Sie Überschriften einfach fett formatieren oder mit der dafür vorgesehenen Formatvorlage formatieren. Halten Sie sich nicht an die Vorgaben, müssen Sie sich nicht wundern, wenn im fertigen Satz und im späteren Druck Fehler vorkommen, wie falsch formatierte Bildunterschriften, fehlerhafte Inhaltsverzeichnisse, falsche Querverweise oder gar Bilder an der falschen Stelle.

Kann ein Verlag vorschreiben, welche Software verwendet werden muss?

Im Prinzip kann er das schon. Im Verlagsvertrag kann definiert werden, dass bspw. Autorenrichtlinien Vertragsbestandteil werden. Sie sollten sich also sehr genau mit diesen Vertragsbedingungen beschäftigen. In der Regel dienen Anforderungen an die zu verwendenden Programme jedoch nicht dazu, den Autor zu ärgern, sondern sollen lediglich einen reibungslosen Ablauf Gewähr leisten. Wenn Sie bspw. Ihr Manuskript als WordPerfekt-Datei abliefern, der Verlag aber LateX oder Word-Dateien erwartet, gibt es natürlich in der Regel ein Problem, weil das Satzprogramm dieses Format wahrscheinlich nicht korrekt oder gar nicht verarbeiten kann. Weniger problematisch ist in der Regel die Grafiksoftware mit der Sie Ihre Grafiken erstellen. Sie muss nur das vom Verlag gewünschte Format speichern können.

Ist es wichtig, mit welcher Auflösung Screenshots gemacht werden?

Einige Verlage schreiben vor, dass Screenshots bei einer Auflösung von 800 x 600 gemacht werden sollen. Das ist natürlich sehr dumm, wenn Sie ein TFT-Display verwenden, das nur eine Auflösung von 1024 x 768 richtig scharf darstellt, oder an einem 20 oder 21″ Monitor arbeiten. Meiner Erfahrung nach, macht es aber keinen Unterschied, wenn Sie eine höhere Auflösung, bspw. 1024 x 768 verwenden. Ich verwende grundsätzlich diese Auflösung und habe noch keine Beschwerden gehört. Allerdings sollten Sie dies im Zweifelsfall mit Ihrem Verlag abstimmen und sich vor allem an die gewünschte Farbanzahl halten. Wenn Ihr Verlag 32 Bit Farbtiefe verlangt, Ihre Grafikkarte das aber bei der von Ihnen favorisierten Auflösung nicht schafft, ist das ein sehr viel größeres Problem, als die Screenshots in der falschen Auflösung zu machen.

Rechtliche Rahmenbedingungen der Stockfotografie

Autor: Helma Spona
Betrifft: Digitalfotografie

Download: PDF

HINWEIS:

Nachfolgende Ausführungen sollen Sie nur auf die rechtlichen Problemfelder aufmerksam machen und Ihnen helfen die Augen offen zu halten und nicht in das nächste Fettnäpfchen zu treten. Bei konkreten Fragen sollten Sie sich an einen fachkundigen Anwalt wenden. Auch in verschiedenen Fotocommunities können Sie sich darüber austauschen, auch wenn Sie eine gültige und sachlich fundierte Beratung natürlich nur von einem entsprechenden Fachanwalt erwarten dürfen.

Fotografieren dürfen Sie zwar fast alles, ausgenommen sind hier vor allem militärische Anlagen und Flugzeuge von denen keine Fotos erlaubt sind. Ansonsten steht es Ihnen aber frei so ziemlich alles zu fotografieren. Aber da endet Ihre Freiheit auch schon. Was Sie mit den Bildern dann machen dürfen, ist eine ganz andere Sache.

Was darf man fotografieren und verkaufen?

Nicht jedes Bild, das Sie machen durften, dürfen  Sie auch kommerziell verwenden. Problematisch sind hier vor allem Bilder auf die eine oder mehrere der folgenden Bedingungen zutreffen.

  • Das Bild zeigt Personen, die erkennbar sind.
  • Das Bild zeigt Innenaufnahmen von Gebäuden.
  • Das Bild zeigt erkennbare Markennamen, Objekte oder Gebäude deren Design oder Architektur geschützt ist.
  • Das Bild zeigt Außenaufnahmen, die aber nicht von öffentlich zugänglichen Straßen und Wegen gemacht wurden.
  • Das Bild zeigt Kunstwerke oder andere anderweitig geschützte Objekte und Gebäude.

In allen diesen Situationen sind Rechte anderer Personen berührt, die im Zweifel vorgehen.

Rechtliche Grenzen der Vermarktung

HINWEIS

Aus diesem Grund achten auch die Redaktionen der Bildagenturen verstärkt darauf, dass die Bilder keine Rechte anderer verletzen. Es gibt einige Gebäude, deren Architektur geschützt ist, bspw. die Allianz-Arena in München oder auch der beleuchtete nächtliche Eifelturm, dessen Beleuchtung als nicht bleibendes Kunstwerk geschützt ist. Bilder mit diesen Motiven werden von vielen Agenturen nicht angenommen und aus rechtlichen Gründen abgelehnt. Ärgern Sie sich über solche Ablehnungen nicht. Seien Sie dankbar, dass die Agenturen Sie und natürlich. auch sich vor rechtlichen Konsequenzen schützen.

Grenzen gibt es also überall da, wo die Veröffentlichung Rechte anderer verletzt. Aber auch der Vertrag, den Sie mit den Bildagenturen schließen und wenn es nur die Zustimmung zu deren AGBs (Allgemeine Geschäftsbedingungen ) ist, kann die Möglichkeiten der Vermarktung einschränken.

Denken Sie immer daran, der Bildermarkt ist international. Selbst wenn es hier noch rechtens ist ein Foto zu veröffentlichen und zu verkaufen, kann es sein, dass dies in anderen Ländern nicht mehr rechtmäßig ist. Auch dann drohen Ihnen gegebenenfalls rechtliche Konsequenzen.

Persönlichkeitsrechte

Persönlichkeitsrechte berühren ein Foto immer dann, wenn auf ihm Personen zu sehen sind, die sich wiedererkennen können.
In fast allen Ländern hat aber jede Person das Recht selbst zu bestimmen, was mit Fotos geschieht, auf denen sie abgebildet ist. Sie dürfen daher solche Fotos nicht ohne Erlaubnis aller erkennbaren Personen veröffentlichen.

Eigentumsrechte

HINWEIS

Es gibt von dieser Regel aber eine Ausnahme. Bei Personen des öffentlichen Lebens, die mehr als nur regionale Bekanntheit haben, brauchen Sie keine Erlaubnis, vorausgesetzt Sie verletzen nicht bei der Aufnahme schon deren Privatsphäre, bspw., indem Sie sie im Urlaub außerhalb on öffentlichen Anlässen fotografieren. Fotos von Prominenten, die bspw. bei deren öffentlichen Auftritten entstanden sind, dürfen für die redaktionelle Verwendung angeboten werden, nicht aber für die Verwendung in der Werbung. Diese Bilder nehmen die Agenturen in der Regel auch ausschließlich für die redaktionelle Verwendung an.

Eigentumsrechte sind in vielen Bereichen berührt, also wenn Sie schon ein Privatgrundstück für eine Aufnahme betreten, oder wenn Sie gar innerhalb von Gebäuden fotografieren. Es gibt sogar Länder, in denen Haustieren, die als Haustiere und nicht als Nutztiere gehalten werden, etwas Ähnliches wie Persönlichkeitsrechte zugesprochen werden. In diesen Ländern müssen Sie auch die Erlaubnis des Hundehalters haben, wenn Sie ein Bild von dessen Hund verkaufen möchten. Mir ist aktuell aber nur eine Bildagentur bekannt, die das verlangt.

Im Allgemeinen gilt, dass Fotos von Privaträumen, Privatgrundstücken etc. nur verkauft werden dürfen, wenn der Eigentümer zustimmt.

HINWEIS

Problematisch ist hierbei, dass das Verbot die Fotos kommerziell zu verwerten oft nicht aus Aushängen etc. hervorgeht. Auch wenn bspw. in einem Zoo ein Schild hängt „Fotografieren erlaubt“, heißt das noch nicht, dass Sie diese Fotos kommerziell nutzen dürfen. Im Zweifel sollten Sie bei Museen, in Schlössern und Burgen, in Zoos und Tierparks vorsichtshalber nachfragen und sich die Erlaubnis gegebenenfalls schriftlich mit einem Property-Release-Vertrag bestätigen lassen.

Marken- und Urheberrechte und andere gewerbliche Schutzrechte



Marken und Urheberrechte, sowie Geschmacksmusterschutz können Sie in aller Regel nicht dadurch verletzen, dass Sie ein Bild davon machen, wohl aber, wenn Sie es kommerziell verwerten oder wenn es in der Werbung für Zwecke eingesetzt wird, die dem Markenimage schaden. Dazu ein Beispiel. Wenn Sie ein Foto haben, auf dem dick und fett das Windows-Logo sichtbar ist, weil bspw. auf dem Laptop-Bildschirm der Startbildschirm von Windows XP zu sehen ist. Dann ist das Foto allein nicht das Problem. Wenn aber ein Kunde das Foto erwirbt, es eventuell verfremdet und damit für Mac- oder Unix-Systeme wirbt, könnte Microsoft böse werden. Das Problem ist, Sie haben damit zwar die Markenrechte nicht verletzt, aber in den AGBs der meisten Bildagenturen wird den Kunden zugesichert, dass die Bilder frei von Rechten Dritter sind, das sie also auch für Werbezwecke verwendet werden können. Der Kunde kann im Zweifelsfall die Agentur in Regress nehmen und die wiederum Sie, weil Sie mit dem Upload den AGBs der Agentur zugestimmt haben und dort in aller Regel drin steht, dass Sie überhaupt nur Bilder hochladen dürfen, die frei von Rechten Dritter sind. Das ist das eigentliche Problem. Desweiteren ist es natürlich so, dass das Windows-Logo vielleicht nicht als Marke aber als Geschmacksmuster geschützt ist und dann würde schon das Foto selbst unabhängig von dessen Verwendung und Manipulation den Geschmacksmusterschutz verletzen.

Auch Fotografien von Objekten, deren Design geschützt ist, dürfen Sie nicht ohne Zustimmung des Rechteinhabers kommerziell verwerten. Dazu gehört bspw. der Triebwaagen des ICE, sowie einige Geschirrserien von Villeroy & Boch, was sicherlich für die Food-Fotografie von Bedeutung ist, aber auch zahlreiche Alltagsgegenstände, denen man das leider nicht ansieht.

Ähnliches wie für die Verletzung von Marken- und ähnlichen Schutzrechten gilt auch für die Verletzung von Urheberrechten. Dies kommt dann in Betracht, wenn Sie Gebäude und Kunstwerke fotografiert haben, deren Architektur als Kunstwerk geschützt ist. Bei exotischen Gebäuden und Gebäuden, die zeitweilig beleuchtet werden, sollten Sie daher vorsichtig sein.

Die rechtliche Grauzone

Einige Firmen, Vereine und Behörden legen die bestehenden Gesetze recht merkwürdig aus. Bspw. ist die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung, die unter anderem den Englischen Garten in München und das Schloss Neuschwanstein verwaltet, der Meinung, dass Fotografien von beiden Objekten nicht kommerziell verwertet werden dürfen. Und das, obwohl der englische Garten ein öffentlicher Park ist, der aus Steuermitteln finanziert wird und sich das Schloss Neuschwanstein auch von öffentlichem Grund aus fotografieren lässt und somit die Panoramafreiheit gelten müsste.

Ob das rechtlich zulässig ist, muss wohl erst ein entsprechendes höchstrichterliches Urteil bestimmen. Solange bewegen Sie sich in einer rechtlichen Grauzone, wenn Sie solche Bilder über Bildagenturen vertreiben. Sie sollten da also sehr vorsichtig sein.

Was hat es mit Property- und Modell-Release auf sich?

HINWEIS

Alle mir bekannten Agenturen, die mit PR und MR arbeiten, bieten auch entsprechende Muster zum Download an. Nicht bei allen Agenturen müssen Sie die Verträge aber mit den Bildern hochladen. Im Streitfall müssen Sie diese dann nur nachweisen können.

Immer dann, wenn der Vertrieb von Bildern nur mit Einwilligung einer anderen Person möglich ist, benötigen Sie eine schriftliche Erlaubnis, damit die Bildagenturen die Bilder annehmen.

  • Betrifft das Bild Eigentums-, Urheber und Markenrechte, benötigen Sie ein sogenanntes „Property-Release“ oft auch als „PR“ bezeichnet.
  • Bei Verletzung von Persönlichkeitsrechten benötigen Sie ein so genanntes Modell-Release , „MR“ genannt.

Die Tatsache, dass Sie für Personenfotos ein Modell-Release benötigen ist der Grund, warum People-Bilder bei den Bildagenturen so gefragt sind. Die meisten Modells aus der privaten Umgebung der Hobby-Fotografen, die auf den Bildern zu sehen sind, wie Kinder, Eltern, Geschwister und Ehepartner sind nicht bereit ein MR zu unterschreiben, weil bei Stock-Fotos natürlich keine Kontrolle darüber besteht für was die Fotos eingesetzt werden. Es könnte ja sein, dass das Bild auf Plakatwände gedruckt und im ganzen Land verteilt wird und dann für ein Produkt wirbt, mit dem sich die Person nicht identifizieren kann.

Professionelle Modells sind aber für den typischen Hobby-Fotografen zu teuer, dann lohnt das Ganze nicht mehr. Daher fallen vielfach die People-Motive die in Bildagenturen zu finden sind, bei Mode- und anderen Auftragsarbeiten ab, die dann zusätzlich über die Bildagenturen vertrieben werden.

In solchen Fällen lohnt es sich auf professionelle Modells zurückzugreifen und das ist auch der Grund, warum viele People-Bilder Menschen zeigen, die überdurchschnittlich gut aussehen. Es ist nicht so, dass nur solche Bilder gesucht werden. Immer wieder fragen Kunden auch Bilder bei den Agenturen an, bei denen ausdrücklich Menschen gewünscht werden, die „normal“ aussehen, wie die Frau oder der Mann von der Straße.

Einnahmen versteuern?

Tipp

Für den Fall, dass das Finanzamt aus welchen Gründen auch immer schon auf Sie aufmerksam wird, bevor Sie sich beim Finanzamt gemeldet haben, sollten Sie jederzeit belegen können, dass Sie „noch“ keine nennenswerten Gewinne erwirtschaften. Heben Sie daher alle Rechnungen Ihres Providers, alle Rechnungen von Objektiven, Kamera etc. auf, damit Sie jederzeit die Kosten den Einnahmen gegenüberstellen können. Wenn die Einnahmen dann steigen, sollten Sie rechtzeitig einen Steuerberater aufsuchen und sich beraten lassen.

Und eine „gute“ Nachricht zum Abschluss. Natürlich müssen Sie eigentlich auch Ihre Einnahmen aus den Bildern versteuern. Solange sich Ihre Bildverkäufe aber gerade am Anfang noch in dem Bereich bewegen, wo die auflaufenden Kosten nicht wesentlich überschritten werden ist das natürlich kein Problem. Wo nichts übrig bleibt ist auch nichts zu versteuern und das Finanzamt wird dies als „Liebhaberei“ verbuchen. Aber das Blatt kann sich schnell wenden und wenn Ihre Verkäufe mehr werden, sollten Sie darauf vorbereitet sein.

Ihre Rechte als Fotograf – das Urheberrecht

Es gibt aber nicht nur Rechte Anderer, die Sie beachten müssen, natürlich haben Sie auch als Fotograf Rechte, die gesetzlich geschützt sind. Jedes Bild, das eine gewissen Schöpfungshöhe erreicht, ist ein geistige Schöpfung und damit urheberrechtlich geschützt. Ob ein Bild als Schnappschuss gilt oder die erforderliche Schöpfungshöhe erreicht, hängt natürlich davon ab, wie gut das Bild ist. Dazu zählt aber nicht nur die technische Umsetzung, sondern auch die Idee. Als Leitfaden kann folgendes dienen:

  • Machen Sie ein Bild nach bestimmten Vorgaben und sind diese Vorgaben so eng, dass 10 Fotografen mit den gleichen Vorgaben auch zum gleichen Ergebnis kämen, ist das Bild sicherlich nicht als Kunstwerk anzusehen.
  • Kommen die 10 Fotografen aber zu unterschiedlichen Ergebnissen, ist jedes Bild ein individuelles geistiges Werk und damit geschützt.

ACHTUNG

Sie können Ihr Urheberrecht nicht abtreten, es erlischt auch erst 70 Jahre nach Ihrem Tod. Das Recht an den Bildern geht also auch auf Ihre Erben über. Wenn Sie also irgendwo lesen, dass Sie das Urheberrecht abtreten oder übertragen sollen, ist dies faktisch gar nicht möglich. Das einzige, was Sie übertragen können, sind die Verwertungsrechte des Bildes.

Aber wie gesagt, dass ist nur eine Leitlinie zur Orientierung. Im Streitfall muss sowas immer ein Gericht klären.

Ist ein Bild urheberrechtlich geschützt, liegt das Urheberrecht des Bildes bei Ihnen. Als Urheber können Sie bestimmen

  • wer das Bild für welche Zwecke verwendet
  • zu welchem Preis Sie die Verwendung des Bildes gestatten möchten

halten sich die Nutzer des Bildes nicht an Ihre Regeln können Sie Schadensersatz aus Urheberrechtsverletzungen geltend machen. In der Regel werden Sie damit vor Gericht Recht bekommen, wenn Sie die unrechtmäßige Verwendung des Bildmaterials nachweisen können.
In aller Regel übertragen Sie die Verwertungsrechte exklusiv oder nichtexklusiv an einen oder mehrere Kunden. Das kann eine Bildagentur oder ein Käufer sein, der ein Bild direkt bei Ihnen erwirbt.

HINWEIS

Bei einigen Agenturen können Sie die Preise frei oder in einem gewissen Rahmen selbst festlegen. Bei den meisten anderen, bestimmt die Agentur die Preise. Dabei macht es einen Unterschied zu welchen Lizenzbedingungen die Bilder vertrieben werden. Es gilt hier zwischen RF-Bildern (Royalty-Free) und RM-Bilder (Rights-Managed) zu unterscheiden, sowohl im Preis als auch bei den Rechten des Fotografen.

Wenn Sie Bilder über Bildagenturen vertreiben, sehen die Agenturverträge oder AGBs der Bildagenturen in der Regel vor, dass Sie der Bildagentur das Recht einräumen den Bildkäufern die Verwertungsrechte am Bild zu übertragen. Die Bildagenturen fungieren also wie ein Makler nur als Vermittler zwischen Ihnen als Urheber und den Kunden als Bildnutzer. In dem Moment in dem Sie sich mit den Preisen und AGBs der Bildagenturen einverstanden erklären, verzichten Sie damit auf die Bestimmung des Verkaufspreises.

HINWEIS

Bevor Sie also dem Käufer eines Bildes mit dem Anwalt drohen, machen Sie sich bei der verkaufenden Bildagentur schlau!

Das Urheberecht gibt dem Urheber das Recht bei Veröffentlichung seiner Werke als Urheber genannt zu werden. Das würde bedeuten, dass jeder Werbetreibende das Bild mit dem Namen des Urhebers kennzeichnen müsste. Das ist in der Werbung und damit verbunden bei Royalty-Free-Bildern nicht üblich. Viele Agenturen haben daher in ihren AGBs eine Klausel stehen, die Ihnen das Recht auf Namensnennung nur dann zusichert, wenn dies branchenüblich ist.

Sollten Sie feststellen, dass jemand Ihre Bilder unrechtmäßig nutzt, bspw. weil er das Bild nicht gekauft hat, sondern von einer Webseite einer Bildagentur geklaut und das Wasserzeichen wegretuschiert hat, können Sie Schadenersatz geltend machten.

Sollte es zu einer Urheberrechtsverletzung kommen, sollten Sie auch Ihre Rechte durchsetzen. Zum einen schreckt es den Verletzer ab, das wieder zu tun, zudem sind die Schadenersatzsummen oft höher als der Verkaufserlös bei normalen Verkäufen, weshalb es sich natürlich auch finanziell lohnt.

Geschmacksmusterschutz und die rechtlichen Folgen

Gerade für Fotografen, die sich vornehmlich der Produktfotografie widmen, ist der Geschmacksmusterschutz der wichtigste Teil des gewerblichen Rechtschutzes. Er schützt die ästhetische Gestaltung eines Produktes vor Nachahmung. Früher war es so, dass dabei galt, dass eine dreidimensionale Gestaltung nicht durch ein zweidimensionales Bild nachgeahmt werden kann. Das hatte für Fotografen den schönen Effekt, dass sie mit einem Foto fast nie ein Geschmacksmuster verletzen konnten. Es war lediglich notwendig Markennamen zu retuschieren, um nicht gegen das Markenrecht zu verstoßen. Leider ist das seit 1988 anders.

Entstehung des Geschmacksmusters

Das Geschmacksmusterrecht entsteht durch Eintragung bei einem nationalen oder internationalen Verzeichnis. Für Deutschland ist es das Deutsche Patent- und Markenamt in München (dpma). In Europa kann ein Geschmacksmuster zentral bei einer Stelle in Spanien eingetragen werden und gilt dann für alle EU-Staaten.

TIPP

EU-Geschmacksmuster lassen sich über die URL http://oami.europa.eu/RCDOnline/RequestManager abrufen, deutsche über http://www.dpma.de/suche/rech_1.html.Wenn beide Stellen keine Ergebnisse liefern, muss das aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass das Design nicht geschützt ist, es könnte außerhalb der EU oder in einem anderen Land angemeldet sein.

Damit ein Design oder eine Gestaltung rechtlich durch ein Geschmacksmuster geschützt werden kann, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein. Das Design muss neu sein und es muss eine gewisse Eigenart haben. Das heißt informierte Verbraucher müssen die Andersartigkeit gegenüber der herkömmlichen Gestaltung erkennen können.

Diese Voraussetzungen werden jedoch vor der Eintragung nicht durch die eintragende Stelle geprüft. Bei einem Rechtstreit besteht hier daher die Möglichkeit die Gültigkeit des Geschmacksmusters anzufechten.

Auch wenn Neuheit ein Teil der Vorraussetzungen ist, heißt es nicht, dass  ein Geschmacksmuster angemeldet werden muss, bevor das Produkt auf den Markt kommt. Der Hersteller hat 1 Jahr Zeit, das Geschmacksmuster anzumelden.  Das kann bedeuten, dass bei neuen Produkten die Online-Recherche kein Ergebnis bringt, Sie denken, das Design ist nicht geschützt und 1 Jahr später kriegen Sie dennoch Post vom Rechtsanwalt.

Verletzung eines Geschmacksmusters

Ein Geschmacksmuster kann seit der Novelle des Geschmacksmusterrechts in 1988 und nochmals in 2001, jetzt auch dadurch verletzt werden, dass Sie ein Foto von dem geschützten Produkt machen und dieses kommerziell verwerten.

Die Rechtsprechung sieht es jedoch als zulässig an, dass solche Abbildungen in geringen Mengen (keinesfalls in Form einer Bildergalerie) im redaktionellen Umfeld verwendet werden. Berichtet bspw. eine Fachzeitschrift über eine Neuerung mit einem geschützten Design, darf dazu im Bericht natürlich auch ein Bild davon abgebildet werden.

Anders sieht es für die werbliche und nicht-redaktionelle Nutzung aus. Hier stellt jede Veröffentlichung des Bildes eine Verletzung des Geschmacksmusters dar und begründet einen Unterlassungsanspruch des Rechteinhabers.

Folgen der Rechteverletzung

Verletzen Sie ein Geschmacksmuster kann es passieren, dass Sie Schaden­ersatzpflichtig sind oder im besten Fall erst einmal mal eine strafbewehrte Unterlassungserklärung (Abmahnung) abgeben müssen, die natürlich auch Kosten mit sich bringt, nämlich Anwaltskosten.  Als Fotograf kommt für Sie noch das Problem hinzu, das  zunächst der Bildkäufer die Abmahnung bekommt und diese Kosten von Ihnen zurückhaben will. Sie tragen in diesem Fall also die Kosten für den Rechteinhaber, den Kunden und Ihre eigenen. Das kann schnell teuer werden.

Vorgehensweise

Damit Sie weitgehend vor solchen Folgen geschützt sind, sollten Sie sich angewöhnen, alle Bilder die Produkte zeigen, die weniger als 20 Jahre alt sind und eindeutig einem Hersteller zuzuordnen sind, vorher vom Hersteller genehmigen lassen. Fragen Sie einfach per E-Mail beim Hersteller an, ob Sie Bilder mit deren Produkten kommerziell vertreiben dürfen. Einige wollen sicherlich ein paar Beispiele sehen. Auch die können Sie dann ja per Mail bspw. als PDF-Datei senden. Mit dem OK vom Hersteller kann Ihnen dann nicht viel passieren. Formulieren Sie Ihre Anfrage aber so, dass klar ist, dass die Bilder nur Beispiele sind. Sonst könnte es passieren, dass Sie sich doch noch Ärger einhandeln, wenn der Kunde das Bild verändert verwendet.

Haben Sie das OK vom Hersteller, heben Sie die E-Mail gut auf, am besten als PDF und als Ausdruck. Dann können Sie im Zweifel immer belegen, dass der Hersteller mit der kommerziellen Verwendung einverstanden war. Wenn Sie kein OK bekommen, löschen Sie die Bilder!

Versicherungen gegen das Restrisiko

Ein Restrisiko wird immer bleiben, sei es, dass Sie die „Erkennbarkeit“ eines Herstellers falsch beurteilen oder einfach etwas übersehen. Mittlerweile gibt es für solche Fälle zwei Arten von Versicherungen:

  • Rechtschutzversicherungen
  • Vermögensschaden-Haftpflichtversicherungen

Die RS-Versicherung deckt die Kosten ab, die bspw. für Anwälte und Gerichtsverfahren anfallen. Wichtig ist, dass es eine gewerbliche Rechtschutzversicherung für Freiberufler ist, darunter fallen auch Fotografen und Journalisten. Für diese Berufsgruppen sind in den Rechtschutzversicherungen auch Streitigkeiten bezüglich Urheber-, Marken und Geschmacksmusterrecht enthalten.  Darauf sollten Sie unbedingt achten.

Die Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung tritt für Schadenersatzzahlungen ein, zu denen Sie verurteilt werden. Achten Sie hier genau auf die Versicherungsbedingungen. Manche zahlen nicht, wenn Vergleiche geschlossen werden. Das müssen Sie natürlich vorab klären, im Fall der Fälle.

Wer nicht nur mal ein Blumen- oder Schmetterlingsbild verkaufen will, sondern professionelle Produktfotos vermarkten will, solle sich entsprechend versichern. Es lässt einen viel ruhiger schlafen.

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Nachtrag

Auf der Suche nach einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung bin ich derzeit noch nicht fündig geworden. Die Versprechungen verschiedener Anbieter haben sich als haltlos erwiesen. Ich suche weiter.

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