Impressumspflicht in sozialen Netzwerken

Ich bin doch immer wieder erstaunt, wie leichtsinnig mancher Facebook-Nutzer mit Rechten und Gesetz umgeht. Das Rechte Anderer verletzt werden, mehr oder weniger absichtlich ist eine Sache, aber dass insbesondere Betreiber von eindeutlig geschäftlichen und gewerblichen Facebook-Fanseiten sich offenbar gar nicht von den laufend zu lesenden Informationen über Massenabmahner und Impressumspflicht beeindrucken lassen, ist ein Hit.

Fast täglich ist auf Facebook zu lesen, dass wieder mal Facebook-Profile oder Facebook-Seiten wegen fehlerhaftem oder fehlenden Impressums abgemahnt worden sind und sogar Rechtsanwälte die massenhaft abmahnen damit vor Gericht gesiegt haben. Dennoch sind immer noch zahlreiche Seiten auf Facebook zu finden, die nicht ansatzweise ein gültiges Impressum haben.

Ich frage mich da ehrlich warum? jede Abmahnung die man erhält macht Stress, kostet Geld und Nerven und in der Regel kommen die Abmahnenden damit durch, denn sie mahnen keinen ab, bei dem sie sich nicht zumindest zu 99% sicher sind, dass das rechtlich durchsetzbar ist.

Es scheint daher wirklich Unwissenheit oder Ignoranz zu sein, was die Betreiber der entsprechenden Profile und Seiten dazu veranlasst trotz Abmahnwellen jegliche Aktionen bzgl. Impressum zu vernachlässigen. Oder ihnen ist Geld einfach ganz egal, weil bei ihnen entweder nichts zu holen ist oder sie zuviel davon haben.

Wer benötigt ein Impressum?

Jede Facebook-Seite und jedes Facebook-Profil das nicht ausschließlich privat verwendet wird, benötigt gem. TDG ein Impressum. Dazu zählen Seiten und Profile von:

  • Vereinen und Verbänden
  • Unternehmen
  • Selbständigen, Freiberuflern und Künstlern (auch im Nebenberuf)
  • Behörden, Stiftungen, gemeinnützige Organisationen

Auch „rein private“ Facebook-Profile können impressumspflichtig sein. Das hängt nämlich von den Inhalten ab. Wer es nur dazu nutzt, Inhalte auf seine gewerbliche Facebook-Seite zu posten, zu teilen oder regelmäßig auf seine Dienstleistungen oder Produkte aufmerksam macht, muss auch für ein Facebook-Profil ein Impressum erstellen.

Was hat im Impressum zu stehen?

Was genau im Impressum zu stehen hat, hängt von der Art des Beitreibers ab. Für Unternehmen in der Form einer juristischen Person gelten hier andere Anforderungen als für Vereine, Freiberufler und Behörden. In jedem Fall gilt aber, dass alle Informationen vorhanden sein müssen, die eine schnelle Kontaktaufnahme ermöglichen und den Inhaber eindeutig identifizieren. Das sind mindestens:

  • vollständige, ladungsfähige Adresse
  • Telefonnummer
  • E-Mail-Adresse
  • Angaben zu Inhaber/Geschäftsführer
  • falls vorhanden Umsatzsteuer-ID und/oder Umst.-Nr.
  • Registernummern (Vereinsregister, Handelsregister …)

Ganz einfach lässt sich ein Impressum auf der Seite www.erecht24.de erzeugen.

 Wie integriert man dieses in die Facebook-Seite?

Die Integration eines Impressums ist mittels Impressums-App möglich, die dann als App mindestens an vierter Stelle angezeigt werden muss und auch nur in Facebook-Seiten (nicht in Facebook-Profilen) integriert werden kann. Diese gibt es teilweise auch kostenlos, zum Beispiel hier, bei der Anwaltskanzlei Lampmann, Haberkamp und Rosenbaum.

Darüber hinaus sollte man einen Link (für das vollständige Impressum reicht der Platz nicht) auf das Impressum der eigenen Website oder einer anderen gültigen Seite im Internet, wo das Impressum zu finden ist,  im Info-Bereich der Seite unterbringen. Dieser ist aber abhängig von der Art der Seite, bspw. der Branche der die Seite zugeordnet ist, gar nicht sichtbar. Zur Not, sollten man den „Zweck“ der Seite ändern, um es anzeigen zu lassen. Dann ist aber wichtig, dass dem Link der Text „Impressum“ vorangestellt ist. Auch im Bannerbild oder dem Profilbild lässt sich das Impressum grafisch unterbringen und zusätzlich in Textform als Bildbeschreibung.

Die Verwendung ausschließlich im Bild ist nicht ausreichend. Das Impressum muss immer auch in Textform verfügbar sein, zumindest als Link auf eine Webseite mit den Impressumsangaben.

So könnten Impressumsangaben realisiert werden:

 

Was droht bei Missachtung der Impressumspflicht?

Eine wettbewerbsrechtliche Abmahnung mit Unterlassungserklärung ist noch das kleinste Übel, teurer wird es, wenn Sie ein Ordnungsgeld gem. TDG zahlen müssen oder gegen die Unterlassungserklärung verstoßen und die vereinbarte Vertragsstrafe zahlen müssen. Sie müssen auf jeden Fall mit Kosten ab 500 EUR aufwärts rechnen. Ein Ordnungsgeld gem. TDG kann bis zu 50.000 EUR betragen. Mit einem fehlenden Impressum ist also nicht zu spaßen.

Tipp

Wie Sie ein gültiges Impressum in ihre Twitter, Google+ und Pinterest-Profile integrieren und welche Gefahren mit einem „rein privaten“ Facebook-Profil bestehen, lesen Sie in der Ausabe 4/2013 von „Social Media Aktuell„.

Tipp

Wenn Sie keine eigene Website haben auf der Sie Ihr Impressum unterbringen können, bietet sich die Nutzung von entsprechenden Dienstleistungen an. Die sind in jedem Fall preiswerter als eine Abmahnung.

Neues E-Book zum Thema „Digitalfotografie“

E-Book: Von der Makro- zur Mikrofotografie

E-Book: Von der Makro- zur Mikrofotografie

Gerade neu erschienen ist ein E-Book zum Thema „Von der Makrofotogafie zur Mikrofotografie“ für alle, die mehr als nur Makros im Maßstab 1:1 machen möchten. Wie es geht, beschreibt das E-Book auf 20 Seiten. Sie erfahren, welche Techniken es gibt, worauf Sie achten müssen und wo die Grenzen und Probleme liegen.

Wo gibt es das?

Inhalt

  • Faszination Mikrofotografie.
    • Technische Möglichkeiten für größere Abbildungsmaßstäbe.
    • Retrostellung und Weitwinkel-Objektiv.
    • Auszugverlängerung mittels Balgen oder Zwischenringen.
    • Auszugverlängerung und Retrostellung kombinieren.
    • Retrostellung mit Vorsatzlinsen kombinieren.
  • Technische Grenzen überwinden.
    • Das Schärfeproblem.
    • Die Beleuchtungsproblematik.
    • Optimierung mittels Bildbearbeitung.
  • Anhang

Bildbeispiele

Dokumente für den Export ins ePUB-Format formatieren

Wenn Sie heute professionelle E-Books erstellen möchten, kommen Sie am ePUB-Format nicht vorbei. Die meisten E-Books-Stores nehmen nur dieses Format an und noch dazu, nur fehlerfreie, das heißt standardkonforme Dateien. Auch wenn andere Dateien, von den meisten E-Book-Readern auch angezeigt würden.
Eine fehlerfreie ePUB-Datei zu erstellen, ist aber gar nicht so einfach, denn die größten Fehler machen Sie dabei schon, wenn Sie Ihr Dokument mit Word oder OpenOffice schreiben.

Grundlegende Vorgehensweise

Wenn Sie ein E-Book im ePUB-Format erstellen möchten, geht das in wenigen Schritten:

  1. Erstellen des Textdokuments mit Inhaltsverzeichnis
  2. Exportieren des Dokuments in das HTML-Format
  3. Optimieren der HTML-Datei
  4. Umwandeln der HTML-Datei mit den verknüpften Bildern in ein ePUB-Dokument
  5. Prüfen der ePUB-Datei auf Fehler

Hier werden nachfolgend Schritt 1 und 2 beschrieben.

Was unterscheidet ein ePUB-Dokument von einer PDF-Datei?

ePUB-Dokumente sind E-Book-Dokumente die speziell für E-Book-Reader konzipert sind. Es gibt keine „Seiten“ in Form von definierten Blättern mit einer bestimmten Größe. Eine Seite ist hier immer so groß, wie das Display des Lesegerätes Platz hat und der Nutzer kann die Schriftgröße nach seinen Bedürfnissen anpassen.

Das heißt folglich. Anders als in Dateiformaten, die für die Druckausgabe konzipiert sind, wie bspw. PDF gibt es natürlich auch keine Kopf- oder Fußzeile, keine definierte Seitebreite und folglich auch keinen Seitenzahlen. Das hat verschiedene Folge für den Aufbau Ihrer Dokumente.

  • Querverweise auf bestimmte Seiten lassen sich nicht realisieren
  • Fußnoten können maximal als Endnoten für das Dokument realisiert werden.
  • Inhaltsverzeichnisse dürfen nur als Hyperlinks aber nicht mit Seitenzahlen versehen werden.
  • ein Index ist sinnlos

Formatierungen, auf die Sie verzichten sollten

Auch bestimmte Formatierungen sind in ePUB-Dateien nicht umsetzbar, da auf den meisten Geräten der Platz nicht ausreicht und das ePUB-Format auch keine Möglichkeiten bietet diese Formatierungen umzusetzen. Auf folgende Formatierungen sollten von vornherein verzichten:

  • Spaltensatz
  • komplexte Tabellen. Tabellen sind zwar generell möglich, werden aber nicht korrekt dargestellt, wenn sie zu breit für das Anzeigegerät sind.
  • Formeln, die Sie mit dem Formeleditor erstellt haben.
  • Zeichnungen und Zeichnungselemente in Word-Dokumenten
  • Linien, Rahmen, Umrandungen, Füllmuster, Farbverläufe, Farbfüllungen von Absätzen und anderen Elementen.
  • hoch- und tiefgestellte Zeichen, Fußnotenzeichen, Fußnoten

Einige der Formatierungen, wie Schriftfarbe, kursiven oder fetten Schriftsatz, Schriftgröße und auch Unterstreichungen, Rahmenlinien etc. können Sie später dem Dokument wieder hinzufügen udn diese werden dann in der fertigen ePUB-Datei auch angezeigt. Dazu müssen Sie aber nach dem Export aus Ihrer Textverarbeitung die exportierte Datei anpassen.

Tipp

Komplexe Formatierungen und Elemente können Sie alternativ als Grafiken einbinden, wenn Sie nicht darauf verzichten möchten. Machen Sie aus einer Formel bspw. einfach eine Grafik und binden Sie diese dann als Grafik in das Dokument ein.

Wie sollte ein optimales Dokument für den Export in das ePUB-Format aussehen?

Am besten verwenden Sie in Ihrer Textverarbeitung leidiglich Absatzformate wie Überschrift 1 bis Überschrift 6, das Format „Standard“ oder „Absatz“ für den normalen Fließtext und bei Bedarf Aufzählungen und Listen ohne weitere Formatierungen.

Wenn Sie innerhalb des Fließtextes etwas hervorheben möchten, bspw. Fett oder kursiv, sollten Sie dazu entsprechende Zeichenformate zuweisen.

Mehr Formatierungen sind gar nicht notwendig, denn alle anderen gingen ohnehin beim Export verloren, bzw. können nicht sauber aus Word und OpenOffice  exportiert und in das ePUB-Dokument übernommen werden.

Bilder einfügen

Bilder können Sie in allen webtauglichen Formaten verwenden. Optimal sind JPG-Bilder. Generell sollten die Bilder eine 2 Millionen Pixel nicht überschreiten. Breite x Höhe in Pixel muss also kleiner als 2 Millionen sein.

Die Kompression sollte recht hoch sein, damit Sie insbesondere bei vielen Bildern keine riesige ePUB-Datei erhalten. Allerdings können Sie die Bilder auch nach dem Export aus Ihrer Word-/OpenOffice-Datei noch verkleinern un komprimieren. Das muss nur vor dem Erzeugen der ePUB-Datei geschehen.

Tipp

Word speichern Zeichnungen und andere grafische Elemente beim Export in HTML ohnehin als externe Grafiken und verknüpft die, so dass Sie nach dem Export die so erzeugten Bilder optimieren sollten und nicht vor dem Export.

Möchten Sie Bilder einfügen, sollten Sie imk Dokument speichern UND damit verknüpfen und diese auf einer LInie mit dem Text einfügen, also weder hinter oder vor den Text setzen, noch von Text umfließen lassen.

Das Inhaltsverzeichnis

Beim Inhaltsverzeichnis ist es wichtig, dass Sie für die Webanzeige Hyperlinks anstelle von Seitenzahlen aktivieren und das Inhaltsverzeichnis aus den Überschriften-Ebenen erzeugen, nicht aus Verzeichniseintragsfeldern.

Achtung

Verzeichniseintragsfelder und Index-Felder im Word-Dokument verursachen Fehler in der ePUB-Datei. Wenn sich diese im Dokument befinden, sollten Sie sie entweder löschen oder später bei der Bearbeitung des HTML-Exports entfernen.

Der Export

Wenn Sie das Dokument fertig haben, speichern Sie es als HTML-Datei. Wenn Ihre Word-Version die Möglichkeit „HTML gefiltert“ anbietet, verwenden Sie die. Sie erhalten dann eine HTML-Datei mit einem Unterordner, in dem sich die Bilder befinden. Diese HTML-Datei und die Bilder müssen Sie anschließend noch optimieren. Das ist nicht unaufwändig und Sie benötigen dazu in jedem Fall gute HTML-Kenntnisse. Falls Sie noch keine HTML-Kenntnisse haben, können Sie sich diese unter Umständen mit dem gerade erschienenen E-Book: HTML & CSS-Schnellkurs beschaffen. Erhältlich für 6,49 EUR.

Sie benötigen Hilfe beim Erstellen der ePUB-Datei?

Social Media Aktuell

Seit August 2012 bin ich Herausgeberin des monatlichen Newsletters „Social Media Aktuell“ in dem es um die Nutzung von sozialen Netzwerken, sowie damit verbundene Randthemen wie Blogs, Monitoring, Marketing und SEO geht.

  • Verlag: MEV-Verlag Augsburg
  • Umfang: 12 Seiten
  • Erscheinungsweise: monatlich

Natürlich gibt es auch eine Facebook-Seite: http://www.facebook.com/social.media.aktuell

Die nächste Ausgabe erscheint Anfang Dezember mit folgenden Themen:

Kostenloses Social Media und Website Monitoring

Professionelles Monitoring kostet bei den meisten Anbietern oftmals mehrere hundert Euro im Monat und würde daher in vielen Fällen einen großen Teil des Marketing-Budgets auffressen. Wenn Sie gerade erst mit Social-Media-Aktivitäten beginnen und zunächst einmal Überzeugungsarbeit leisten müssen, um ein entsprechendes Budget zu erhalten kann aber auch ohne großen finanziellen Aufwand den Social-Media-Erfolg überwachen.

Alexa-Rang mit Social Networking optimieren; Oder, wie beliebt ist Ihre Website?

Der Alexa-Rang spiegelt die Beliebtheit Ihrer Website wider und ist vor allem wichtig, wenn Sie Werbung auf Ihrer Website verkaufen möchten. Daher ist ein guter Alexa-Rang von Vorteil. Den können Sie mit recht einfachen Mitteln bekommen. Mit welchen, das zeigt dieser Beitrag.

Impressumspflicht: Erste Abmahnwelle für Facebook-Seiten

Dass die Impressumpflicht, die auch für geschäftliche Websites gilt, für Facebook- und Google Plus-Seiten genauso gilt ist nichts wirklich Neues mehr. Neu ist hingegen, dass sich jetzt die ersten Abmahnwellen ausbreiten, derzeit noch vornehmlich in Facebook, weniger bei Google Plus. Das dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein.

Google Authorship

Nachdem Google in den letzten Monaten häufig wegen Ausbeutung von Urhebern am Pranger stand und auch häufiger schon mit Anfeindungen bezüglich Urheberrechtsverletzungen zu kämpfen hatte, ist das Unternehmen jetzt offenbar bemüht die Web-Autoren auf seine Seite zu bekommen, mit Google Authorship. Ganz uneigennützig ist dies aber natürlich auch nicht.

Und als kleine Dreingabe zu Weihnachten gibt es eine Excel-Arbeitsmappe zum Monitoring dazu. Die wird nach Veröffentlichung auf der Facebook-Seite von Social Media Aktuell veröffentlicht und steht kostenfrei für Abonnenten und Nicht-Abonennten zum Download zur Verfügung. Viel Spaß damit.

Also einfach mal reinsehen, bei Facebook :-)

Facebook & Co: Vor dem Posten Gehirn einschalten!

Seit längerem geht es mir gehörig auf die Nerven, wie leichtsinnig die Masse der Nutzer mit Facebook und Google umgehen. Rechte anderer werden mit Füßen getreten und jeder pocht gleichzeitig auf sein eigenes Recht, auf Meinungsfreiheit etc.. Teilweise denke ich, ist das rechtliche Bewusstsein schon da, aber es fehlt das technische Verständnis für die Folgen des eigenen Handelns. Ich möchte hier weder eine juristische Beratung geben und auch keinem verbieten sich weiterhin so zu verhalten, wie bisher, sondern nur mal ein paar Denkanstöße geben, vielleicht wird dann dem ein- oder anderen klarer, warum ich mich manchmal einfach mit einem passenden Kommentar nicht zurückhalten kann.

„Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu!“,

hat sicher jeder schon mal gehört, nur hält sich leider kaum jemand dran. Ich finde, mal unabhängig von der rechtlichen Lage, auch in sozialen Netzen sollte jeder den Anderen so behandeln, wie er selbst behandelt werden will. Und das heißt:

  • wenn ich nicht möchte, dass andere mich auf Facebook beleidigen, sollte ich das auch nicht tun.
  • wenn ich nicht möchte, dass ich umsonst arbeite, muss ich auch anerkennen, dass andere mit geistiger Leistung, ob das jetzt Texte, Bilder oder Filme sind, ihr Geld verdienen und das es dann nicht richtig sein kann, deren Arbeitsleistung kostenlos und ohne deren Zustimmung für eigene Zwecke auszubeuten.
  • wenn ich nicht möchte, dass ein Bild von mir irgendwo im Netz auftaucht, vielleicht noch in Zusammenhängen, die nicht sonderlich positiv sind, dann sollte ich das mit Fotos anderer auch nicht tun.

Beispiele und Denkanstöße

Folgendes kommt sehr häufig vor und die meisten Nutzer verhalten sich dabei wissentlich oder unwissentlich außerhalb geltenden Rechts und das zum Nachteil von häufig völlig unbeteiligten Dritten.

Private und öffentliche Personenfahndungen

Posten und „Teilen“ von öffentlichen Personenfahndungen der Polizei ist zwar auf den Blick eine tolle Sache und wird häufig vor allem bei der Suche nach Tierquälern und Kinderschändern gerne gemacht. Kaum einer denkt dabei aber an die „Gesuchten“. Generell gilt in Deutschland erst mal die Unschuldsvermutung. Und wenn die Polizei einen „mutmaßlichen“ Täter sucht, bei Facebook aber daraus die „Suche nach einem Kinderschänder“ gemacht wird, ist das schon ein Unding. Unterstellt man mal, dass der „Gesuchte“ tatsächlich der Täter ist, hat aber auch der ein Recht am eigenen Bild. Und das Argument, die Polizei hat das Bild ja auch auf der Internetseite veröffentlicht, zählt dabei in meinen Augen nicht. Die Polizei kann das Bild nämlich jederzeit wieder von der Webseite nehmen und dann ist es weg. Stellt sich also heraus, dass der Gesuchte unschuldig ist, oder ist er gefasst und die Fahnung damit beendet, wird das Bild von der Webseite gelöscht und auch ein späterer Arbeitgeber bspw. der sich auf die Suche nach dem Bewerber macht, der vielleicht vor Jahren mal wegen eines blöden Zufalls falsch verdächtigt wurde, findet nichts mehr. Wer aber dieses Bild und die Fahndung bei Facebook postet oder ein solches Bild „teilt“, erzeugt damit eine Kopie und das ist ganz übel. JEDER Klick auf „teilen“ erzeugt eine Kopie und jede einzelne Kopie müsste von jedem Nutzer, der das Bild geteilt hat, wieder gelöscht werden, um die Spuren zu beseitigen.

Hat ein Täter seine Strafe verbüßt, oder war der Gesuchte unschuldig könnte es für ihn daher zu einem großen Problem werden, wenn sein Fahndungsbild mal bei Facebook gepostet wurde,  jemals wieder einen Job zu bekommen oder ein normales Leben führen zu können, denn womöglich existieren bei Facebook bereits 1 Mio. Kopien seines „Fahndungsfotos“. Stellt euch vor, ihr würdet unverschuldet auf einem Fahndungsfoto und damit bei Facebook landen …

Noch schlimmer sind natürlich private Fahndungen nach Personen. Erst neulich die Suche nach einem Hundebesitzer, dessen Hund angeblich einen anderen gebissen hatte und der dann eine falsche Adresse angegeben hatte.  Natürlich ist das übel, ich wäre auch sauer. Aber in Deutschland ist eine Verletzung eines Hundes eben „nur“ eine Sachbeschädigung und das rechtfertigt kaum, das Recht am eigenen Bild des betreffenden Hundehalters und erst recht nicht unbeteiligter anderer Personen die auch auf dem Bild waren, mit Füßen zu treten. Dann kann man zur Polizei gehen, Anzeige erstatten und denen das Foto geben.

Bilder, Videos und Texte anderer hochladen und teilen

Generell sind in Deutschland fast alle Fotos und Videos urheberrechtlich geschützt und das räumt dem Urheber das Recht ein, zu bestimmen wann, wo und zu welchen Konditionen das Werk genutzt werden darf und welche Gegenleistung (Lizenzgebühren) er dafür verlangt. Unabhängig davon steht jedem Urheberreber das Recht zu als Urheber genannt zu werden. Er kann darauf verzichten, wenn aber keine Vereinbarung darüber getroffen wurde, muss der  Urheber genannt werden!

Das tun leider nur die allerwenigsten, die Bilder Anderer bei Facebook hochladen. Das ist also selbst dann schon ein Urheberrechtsverstoß, wenn der Urheber des Bildes oder Videos der Veröffentlichung grundsätzlich zugestimmt haben sollte.

Allerdings frage ich mich, wie es überhaupt sein kann, dass Facebook-Nutzer Inhalte posten, deren Eigentümer/Urheber/Rechteinhaber sie gar nicht sind. Denn jeder Nutzer hat den Nutzungsbedingungen zugestimmt und da steht ganz klar:

Die vorliegende Erklärung der Rechte und Pflichten („Erklärung“, „Bedingungen“ oder „SRR“) beruht auf den Facebook-Grundsätzen und bildet unsere Nutzungsbedingungen, die unsere Beziehung zu den Nutzern und anderen, die mit Facebook interagieren, regelt. Mit deiner Nutzung von Facebook oder dem Zugriff darauf stimmst du dieser Erklärung bzw. ihrer jeweils gültigen Aktualisierung gemäß Abschnitt 14 weiter unten zu. Zusätzlich findest du Ressourcen am Endes dieses Dokuments, die dir dabei helfen, die Arbeitsweise von Facebook zu verstehen.

Du bist Eigentümer aller Inhalte und Informationen, die du auf Facebook postest.

(Quelle: https://www.facebook.com/legal/terms)

Heißt also, fremde Inhalte darf man gar nicht posten! Es ist damit auch nicht erlaubt einfach ein Bild von einer Webseite zu klauen (außer man ist Urheber des Bildes oder hat die Nutzungsrechte (einschließlich des Rechtes zur Unterlizenzierung) und dieses bei Facebook hochladen.

Weiterhin steht in den Nutzungsbedingungen:

Für Inhalte wie Fotos und Videos, die unter die Rechte an geistigem Eigentum fallen, („IP-Inhalte“) erteilst du uns, sofern du in deinen Privatsphäre- und Anwendungseinstellungen nichts anderes einstellst, die folgende Erlaubnis: Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest („IP-Lizenz“). Diese IP-Lizenz endet, wenn du deine IP-Inhalte oder dein Konto löschst, außer deine Inhalte wurden mit anderen Nutzern geteilt und diese haben die Inhalte nicht gelöscht.

(Quelle: https://www.facebook.com/legal/terms)

Das wiederum heißt, mit dem Hochladen räumt man  Rechte an den hochgeladenen Bildern und Videos ein und das kann man gar nicht tun, wenn man diese Rechte an fremden Inhalten gar nicht hat.  Und jeder, der diese Inhalte „teilt“ räumt wiederum Rechte an diesen Inhalten ein, denn jeder erzeugt damit eine Kopie der Inhalte und stellt sie anderen Nutzern zur Verfügung. Das ist eine „öffentliche Zugänglichmachung“ nach dem Urheberrechtsgesetz.

Daraus ergibt sich ganz eindeutig:

  • wer Inhalte bei Facebook hochlädt oder teilt (auch die Verlinkung einer Webseite mit Vorschaubild auf dem urheberrechtlich geschützte Inhalte zu sehen sind, gehört dazu), begeht eine Urheberrechtsverletzung, wenn es sich um fremde Inhalte handelt, und er nicht vom Urheber das Recht zur Unterlizenzierung eingeräumt bekommen hat.
  • wer Fotos und Videos (oder auch Audio-Dateien) auf Facebook veröffentlicht, deren Urheber er ist, stimmt gleichzeitig dem „Teilen“ der Inhalte zu. Er stimmt aber nicht automatisch zu, dass er auf Urhebernennung verzichtet! Wer ein möglicherweise urheberrechtlich geschütztes Bild eines Anderen auf Facebook teilt, muss daher im Zweifel die Quelle des Bildes so angeben, dass diese erhalten bleibt, wenn weitere Nutzer die Datei teilen.
  • ein Urheber, der Inhalte bei Facebook hochlädt, stimmt auch nicht automatisch zu, dass diese verändert werden dürfen, also bspw. mit Beschriftungen versehen oder bearbeitet werden dürfen.  Also darf man auch nicht einfach ein Bild bei Facebook, dass dort erst mal zu Recht hochgeladen wurde, verändern, anpassen und wieder posten. Ausnahme ist hier, wenn durch die Bearbeitung ein neues urheberrechtlich geschütztes Werk entsteht. Das ist aber in der Regel nicht gegeben, wenn dem Bild nur eine Beschriftung wie ein Spruch (oder Beleidigungen) hinzugefügt wird.
  • wer Fotos und andere Inhalte anderer Nutzer teilt, die diese unrechtmäßig geteilt haben, begeht rechtlich gesehen, selbst eine Urheberrechtsverletzung, die abmahnfähig ist.
  • wer ein Bild mit Royalty-Free-Lizenz bei einer Bildagentur gekauft hat,  hat in der Regel kein Recht zur Unterlizenzierung erworben (Details regeln die Nutzungsbedingungen der Bildagenturen). Folglich dürfen diese Bilder nicht auf Facebook und Co. verwendet werden. Auch dann nicht, wenn sie wesentlicher Bestandteil von Zeitschriften-Covern sind.

Fazit

Die „Teilen“-Funktion ist etwas deutlich anderes als die „Verlinkung“ von Inhalten, und somit auch rechtlich völlig anders zu beurteilen. Damit werden Kopien von möglicherweise urheberrechtlich geschützten Inhalten erzeugt und dafür ist ein entsprechendes Nutzungsrecht des Rechteinhaber erforderlich. Das gilt bei Facebook genauso wie woanders im Internet und natürlich im echten Leben.

Das Argument „Der Urheber muss das Bild ja erst mal finden …“ zählt natürlich nicht. Zum einen ist auch eine Urheberrechtsverletzung, die der Urheber noch nicht kennt, ein Straftatbestand, zum anderen gibt es heute Mittel und Wege ganz schnell die Quelle eines Bildes zu finden (ich habe das heute morgen auf Facebook demonstriert), und damit den Urheber zu finden. Genauso kann der Urheber Kopien seiner Werke im Internet finden. Leider hat mein Versuch, dies durch Posten von Webseiten, von denen Bilder stammen, die bei Facebook fleißig geteilt wurden, nicht gewirkt. Dieser „Wink mit dem Zaunpfahl“ ist leider bei den betroffenen Nutzern völlig falsch angekommen.

Ich für meinen Teil, werde als Urheber von Inhalten, die ich nicht explizit selbst auf Facebook hochlade, nicht dulden, dass diese fleißig auf Facebook und Co. geteilt werden, noch dazu ohne Quellenangabe.

Wenn ich jemandem Fotos von seinem Hund schicke und der lädt einige davon in soziale Netzwerke hoch, mit Urhebernennung ist dagegen ja gar nichts einzuwenden. Aber wenn von meiner Webseite oder anderen Webseiten jemand Bilder, Texte oder Videos klaut, die ich nicht zur Nutzung kostenlos zur Verfügung gestellt habe, der muss auch mit den entsprechenden Folgen rechnen. Und ich bin hocherfreut, dass auch andere Urheber es heute nicht mehr hinnehmen, dass Andere ihre Rechte mit Füßen treten und zum Teil noch Geld damit verdienen. Von einem Schlosser, Bäcker oder Rechtsanwalt erwartet auch keiner, dass der umsonst arbeitet. Warum also sollten das Autoren, Journalisten oder Fotografen tun?

Ich bin gerne bereit darüber zu diskutieren, also los :-)

SEO für Bilder: Suchmaschinen-Erfolg mit Fotos und Grafiken

Neuer Artikel bei Akademie.de

Als Fotograf, Grafikerin oder sonst „visuell Kreativer“ wollen Sie Ihre Website und Ihre Bilder bei Google und Bing auf den vorderen Plätzen sehen. Und natürlich müssen die Bilder bei den Suchbegriffen erscheinen, die Auftraggeber und Kunden eingeben. Schließlich leben Sie als „visuell Kreativer“ davon, mit Ihren Bildern im Internet präsent zu sein – als Werbung und als Referenz für Kunden.

Helma Spona zeigt Ihnen in diesem Leitfaden, was Sie dafür tun können, um Ihre Bilder in den Suchmaschinen nach vorn zu bringen: Indem Sie die Bilddateien selbst, das Textumfeld, die Struktur Ihrer Website und die Verlinkung optimieren, sorgen Sie dafür, dass Ihre Werke von den richtigen Leuten gefunden werden.

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Endlich geschafft, die neue Obedience-Info-Seite ist online

Nachdem ich monatelang nicht wirklich dazu gekommen bin, habe ich es in den letzten Tagen endlich geschafft meinen Plan in die Tat zu setzen, und ein paar Obedience-Trainingstipps online zu stellen. Nach und nach, werden weitere hinzukommen.

Ich hoffe, dass der ein- oder andere einen guten Tipp findet, der ihm weiterhilft und ich würde mich ebenso auch über Kommentare freuen.

http://www.obedience-info.de

Neuer Artikel bei Akademie.de zum Thema „Urheberrechtsverletzungen im Internet“

Auf Akademie.de ist ein neuer Artikel erschienen: „Urheberrechtsverletzungen bei Bildern: Vorbeugen, Beweise sichern, entschlossen reagieren„.

Bilderklau im Internet ist ein Delikt, das viele immer noch als „Lappalie“ abhaken. Es ist ja auch ganz einfach, sich bei fremden Bildern zu bedienen.

Für Fotografen, Illustratoren und andere Rechte-Inhaber bedeutet der Diebstahl Ihrer Bilder aber schnell großen Umsatzverlust bis hin zur Existenzbedrohung. Dazu kommt der Ärger über die dreiste Selbstbedienung.

Als Fotograf oder Inhaber der Urheberrechte müssen Sie den Foto-Diebstahl nicht einfach hinnehmen. Dieser Leitfaden zeigt, was Sie dagegen tun können:

  • durch Maßnahmen, die von vornherein den Bilderklau weitgehend verhindern,
  • dadurch, dass Sie die Täter erwischen und erfolgreich Schadenersatz einfordern.

Wir liefern Ihnen eine praktische Anleitung, wie Sie Fotodiebstahl verhindern und bereits erfolgten Bilderklau nachweisen und verfolgen können: mit einfachen nachvollziehbaren Bildbearbeitungen und vielen praktisch umsetzbaren Tipps, mit Muster-Texten und einer Checkliste für den Ernstfall. Und als erstes wird mit den typischen Ausreden aufgefräumt.

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