Dokumente für den Export ins ePUB-Format formatieren

Wenn Sie heute professionelle E-Books erstellen möchten, kommen Sie am ePUB-Format nicht vorbei. Die meisten E-Books-Stores nehmen nur dieses Format an und noch dazu, nur fehlerfreie, das heißt standardkonforme Dateien. Auch wenn andere Dateien, von den meisten E-Book-Readern auch angezeigt würden.
Eine fehlerfreie ePUB-Datei zu erstellen, ist aber gar nicht so einfach, denn die größten Fehler machen Sie dabei schon, wenn Sie Ihr Dokument mit Word oder OpenOffice schreiben.

Grundlegende Vorgehensweise

Wenn Sie ein E-Book im ePUB-Format erstellen möchten, geht das in wenigen Schritten:

  1. Erstellen des Textdokuments mit Inhaltsverzeichnis
  2. Exportieren des Dokuments in das HTML-Format
  3. Optimieren der HTML-Datei
  4. Umwandeln der HTML-Datei mit den verknüpften Bildern in ein ePUB-Dokument
  5. Prüfen der ePUB-Datei auf Fehler

Hier werden nachfolgend Schritt 1 und 2 beschrieben.

Was unterscheidet ein ePUB-Dokument von einer PDF-Datei?

ePUB-Dokumente sind E-Book-Dokumente die speziell für E-Book-Reader konzipert sind. Es gibt keine „Seiten“ in Form von definierten Blättern mit einer bestimmten Größe. Eine Seite ist hier immer so groß, wie das Display des Lesegerätes Platz hat und der Nutzer kann die Schriftgröße nach seinen Bedürfnissen anpassen.

Das heißt folglich. Anders als in Dateiformaten, die für die Druckausgabe konzipiert sind, wie bspw. PDF gibt es natürlich auch keine Kopf- oder Fußzeile, keine definierte Seitebreite und folglich auch keinen Seitenzahlen. Das hat verschiedene Folge für den Aufbau Ihrer Dokumente.

  • Querverweise auf bestimmte Seiten lassen sich nicht realisieren
  • Fußnoten können maximal als Endnoten für das Dokument realisiert werden.
  • Inhaltsverzeichnisse dürfen nur als Hyperlinks aber nicht mit Seitenzahlen versehen werden.
  • ein Index ist sinnlos

Formatierungen, auf die Sie verzichten sollten

Auch bestimmte Formatierungen sind in ePUB-Dateien nicht umsetzbar, da auf den meisten Geräten der Platz nicht ausreicht und das ePUB-Format auch keine Möglichkeiten bietet diese Formatierungen umzusetzen. Auf folgende Formatierungen sollten von vornherein verzichten:

  • Spaltensatz
  • komplexte Tabellen. Tabellen sind zwar generell möglich, werden aber nicht korrekt dargestellt, wenn sie zu breit für das Anzeigegerät sind.
  • Formeln, die Sie mit dem Formeleditor erstellt haben.
  • Zeichnungen und Zeichnungselemente in Word-Dokumenten
  • Linien, Rahmen, Umrandungen, Füllmuster, Farbverläufe, Farbfüllungen von Absätzen und anderen Elementen.
  • hoch- und tiefgestellte Zeichen, Fußnotenzeichen, Fußnoten

Einige der Formatierungen, wie Schriftfarbe, kursiven oder fetten Schriftsatz, Schriftgröße und auch Unterstreichungen, Rahmenlinien etc. können Sie später dem Dokument wieder hinzufügen udn diese werden dann in der fertigen ePUB-Datei auch angezeigt. Dazu müssen Sie aber nach dem Export aus Ihrer Textverarbeitung die exportierte Datei anpassen.

Tipp

Komplexe Formatierungen und Elemente können Sie alternativ als Grafiken einbinden, wenn Sie nicht darauf verzichten möchten. Machen Sie aus einer Formel bspw. einfach eine Grafik und binden Sie diese dann als Grafik in das Dokument ein.

Wie sollte ein optimales Dokument für den Export in das ePUB-Format aussehen?

Am besten verwenden Sie in Ihrer Textverarbeitung leidiglich Absatzformate wie Überschrift 1 bis Überschrift 6, das Format „Standard“ oder „Absatz“ für den normalen Fließtext und bei Bedarf Aufzählungen und Listen ohne weitere Formatierungen.

Wenn Sie innerhalb des Fließtextes etwas hervorheben möchten, bspw. Fett oder kursiv, sollten Sie dazu entsprechende Zeichenformate zuweisen.

Mehr Formatierungen sind gar nicht notwendig, denn alle anderen gingen ohnehin beim Export verloren, bzw. können nicht sauber aus Word und OpenOffice  exportiert und in das ePUB-Dokument übernommen werden.

Bilder einfügen

Bilder können Sie in allen webtauglichen Formaten verwenden. Optimal sind JPG-Bilder. Generell sollten die Bilder eine 2 Millionen Pixel nicht überschreiten. Breite x Höhe in Pixel muss also kleiner als 2 Millionen sein.

Die Kompression sollte recht hoch sein, damit Sie insbesondere bei vielen Bildern keine riesige ePUB-Datei erhalten. Allerdings können Sie die Bilder auch nach dem Export aus Ihrer Word-/OpenOffice-Datei noch verkleinern un komprimieren. Das muss nur vor dem Erzeugen der ePUB-Datei geschehen.

Tipp

Word speichern Zeichnungen und andere grafische Elemente beim Export in HTML ohnehin als externe Grafiken und verknüpft die, so dass Sie nach dem Export die so erzeugten Bilder optimieren sollten und nicht vor dem Export.

Möchten Sie Bilder einfügen, sollten Sie imk Dokument speichern UND damit verknüpfen und diese auf einer LInie mit dem Text einfügen, also weder hinter oder vor den Text setzen, noch von Text umfließen lassen.

Das Inhaltsverzeichnis

Beim Inhaltsverzeichnis ist es wichtig, dass Sie für die Webanzeige Hyperlinks anstelle von Seitenzahlen aktivieren und das Inhaltsverzeichnis aus den Überschriften-Ebenen erzeugen, nicht aus Verzeichniseintragsfeldern.

Achtung

Verzeichniseintragsfelder und Index-Felder im Word-Dokument verursachen Fehler in der ePUB-Datei. Wenn sich diese im Dokument befinden, sollten Sie sie entweder löschen oder später bei der Bearbeitung des HTML-Exports entfernen.

Der Export

Wenn Sie das Dokument fertig haben, speichern Sie es als HTML-Datei. Wenn Ihre Word-Version die Möglichkeit „HTML gefiltert“ anbietet, verwenden Sie die. Sie erhalten dann eine HTML-Datei mit einem Unterordner, in dem sich die Bilder befinden. Diese HTML-Datei und die Bilder müssen Sie anschließend noch optimieren. Das ist nicht unaufwändig und Sie benötigen dazu in jedem Fall gute HTML-Kenntnisse. Falls Sie noch keine HTML-Kenntnisse haben, können Sie sich diese unter Umständen mit dem gerade erschienenen E-Book: HTML & CSS-Schnellkurs beschaffen. Erhältlich für 6,49 EUR.

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