09/2013: Neue Funktionen auf Google+ und Facebook und wichtige rechtliche Informationen

Geteilte Fotoalben auf Facebook

Facebook führt geteilte Fotoalben auch in Deutschland ein. Damit können Sie Fotoalben erstellen, zu denen extra eingeladene Freunde ebenfalls Bilder hinzufügen können. Sehr gut geeignet ist das beispielsweise für die Veranstaltung von Fotowettbewerben oder auch um ein gemeinsames Album von Veranstaltungen zu erstellen, zu dem alle Fotos beitragen können, die welche gemacht haben. Das geteilte Fotoalbum erscheint dann auch in den Chroniken von allen, die Sie eingeladen haben.

Galerien auf Facebook können Sie mit anderen Nutzern teilen, so dass diese Bilder hinzufügen und verwalten können

 

Das Google-Dashboard

Google führt die neue Funktion „Mein Dashboard“ für Google Plus-Seiten ein, über die Sie alle Informationen über den Seiteninhaber anzeigen lassen können, die Google über ihn gespeichert hat. Aufrufen können Sie die neue Funktion über die linke Navigationsleiste in Google Plus. Neben den gespeicherten Informationen finden Sie hier auch Statistiken und Links zur Vervollständigung Ihrer Seiteninformationen.  Schade ist allerdings, dass das Dashboard derzeit für Google Plus-Profile nicht zur Verfügung steht.

Das Google-Dashboard präsentiert eine Zusammenfassung zu Daten über die Google+-Seite

 

 

 

Die Verbraucherrechterichtlinie

Die Verbraucherrechterichtlinie ist beschlossen und wird am 13. Juni 2014 in Kraft treten. Sie hat insofern Bedeutung für den Online-Handel, da sie eine kürzere Widerrufszeit im Online-Handel ermöglicht und eine Abwälzung der Rücksendekosten auf den Kunden. Insbesondere wer mit vielen Rücksendungen zu kämpfen hat, sollte sich beizeiten über die Änderungen informieren. Informationen dazu gibt es unter: „http://www.internetworld.de/Nachrichten/E-Commerce/Handel/Checkliste-Verbraucherrechterichtlinie-Fit-fuer-die-EU-VRRL“ oder auch beim Händlerbund: „http://www.haendlerbund.de/verbraucherrechterichtlinie„.

Pflichtangaben sind auch in bestimmten Formen von Anzeigenwerbung notwendig

Ein neues Gerichtsurteil vom 3.7.2013 des Oberlandesgerichtes Schleswig dürfte sich auch auf Postings innerhalb sozialer Netzwerke auswirken. Das Gericht hat festgestellt, dass auch in Werbeanzeigen (in Printmedien) und Bannerwerbung im Internet bestimmte Pflichtangaben enthalten sein müssen. Dazu gehören das vollständige Impressum, die wesentlichen Eigenschaften der angebotenen Waren und die entsprechenden Preise. Fehlende Angaben sind abmahnfähig. Folglich bedeutet dies, sollten nicht höhere Instanzen in Zukunft anderes urteilen, dass auch bei Postings auf Ihrer Facebook- oder Google Plus-Seite sichergestellt sein muss, dass nicht nur das beworbene Produkt „erwähnt“ ist, sondern exakt beschrieben und der gültige Preis angegeben werden muss. Das vollständige Impressum sollte ja auch bisher schon auf jedem Auftritt in sozialen Netzwerken korrekt hinterlegt sein. Gleiches gilt folglich auch für AdWords und Facebook-Anzeigen, in den Sie konkrete Waren und Dienstleistungen bewerben. Reine Image-Anzeigen sind von diesem Urteil allerdings nicht betroffen.

Rechtssicheres Impressum in Google+-Seiten integrieren

Ab sofort müssen Sie nicht mehr auf eine Google+-Seite verzichten, nur aus Angst vor Abmahnungen weil Sie kein Impressum rechtssicher unterbringen können. Die Lösung ist mein neuer Impressums-Service durch Hosting einer Impressumsseite oder Weiterleitung auf eine vorhandene Impressumsseite.

Rechtssicher einzubinden ist das Impressum auf Google+, Pinterest und vielen anderen sozialen Netzwerken durch eine URL, die am Anfang des Wort „Impressum“ enthält. Damit kann auch auf Google+-Seiten ein Impressum abmahnsicher eingebunden werden.

Mehr Infos gibt es hier: www.impressum.com.de

Neuer Beitrag auf Akademie.de „Rechtsrisiko Facebook-Nutzung: Was darf man in sozialen Netzwerken?“

Auf Akademie.de ist ein neuer Betrag erschienen den ich zusammen mit meiner Schwester Dr. Dagmar Spona geschrieben habe.  Er befasst sich ausführlich mit den rechtlichen Risiken und Gefahren der sozialen Netzwerke und gibt Tipps für den praktischen Umgang damit.

Inhalt

Zum Beitrag

Impressumspflicht in sozialen Netzwerken

Ich bin doch immer wieder erstaunt, wie leichtsinnig mancher Facebook-Nutzer mit Rechten und Gesetz umgeht. Das Rechte Anderer verletzt werden, mehr oder weniger absichtlich ist eine Sache, aber dass insbesondere Betreiber von eindeutlig geschäftlichen und gewerblichen Facebook-Fanseiten sich offenbar gar nicht von den laufend zu lesenden Informationen über Massenabmahner und Impressumspflicht beeindrucken lassen, ist ein Hit.

Fast täglich ist auf Facebook zu lesen, dass wieder mal Facebook-Profile oder Facebook-Seiten wegen fehlerhaftem oder fehlenden Impressums abgemahnt worden sind und sogar Rechtsanwälte die massenhaft abmahnen damit vor Gericht gesiegt haben. Dennoch sind immer noch zahlreiche Seiten auf Facebook zu finden, die nicht ansatzweise ein gültiges Impressum haben.

Ich frage mich da ehrlich warum? jede Abmahnung die man erhält macht Stress, kostet Geld und Nerven und in der Regel kommen die Abmahnenden damit durch, denn sie mahnen keinen ab, bei dem sie sich nicht zumindest zu 99% sicher sind, dass das rechtlich durchsetzbar ist.

Es scheint daher wirklich Unwissenheit oder Ignoranz zu sein, was die Betreiber der entsprechenden Profile und Seiten dazu veranlasst trotz Abmahnwellen jegliche Aktionen bzgl. Impressum zu vernachlässigen. Oder ihnen ist Geld einfach ganz egal, weil bei ihnen entweder nichts zu holen ist oder sie zuviel davon haben.

Wer benötigt ein Impressum?

Jede Facebook-Seite und jedes Facebook-Profil das nicht ausschließlich privat verwendet wird, benötigt gem. TDG ein Impressum. Dazu zählen Seiten und Profile von:

  • Vereinen und Verbänden
  • Unternehmen
  • Selbständigen, Freiberuflern und Künstlern (auch im Nebenberuf)
  • Behörden, Stiftungen, gemeinnützige Organisationen

Auch „rein private“ Facebook-Profile können impressumspflichtig sein. Das hängt nämlich von den Inhalten ab. Wer es nur dazu nutzt, Inhalte auf seine gewerbliche Facebook-Seite zu posten, zu teilen oder regelmäßig auf seine Dienstleistungen oder Produkte aufmerksam macht, muss auch für ein Facebook-Profil ein Impressum erstellen.

Was hat im Impressum zu stehen?

Was genau im Impressum zu stehen hat, hängt von der Art des Beitreibers ab. Für Unternehmen in der Form einer juristischen Person gelten hier andere Anforderungen als für Vereine, Freiberufler und Behörden. In jedem Fall gilt aber, dass alle Informationen vorhanden sein müssen, die eine schnelle Kontaktaufnahme ermöglichen und den Inhaber eindeutig identifizieren. Das sind mindestens:

  • vollständige, ladungsfähige Adresse
  • Telefonnummer
  • E-Mail-Adresse
  • Angaben zu Inhaber/Geschäftsführer
  • falls vorhanden Umsatzsteuer-ID und/oder Umst.-Nr.
  • Registernummern (Vereinsregister, Handelsregister …)

Ganz einfach lässt sich ein Impressum auf der Seite www.erecht24.de erzeugen.

 Wie integriert man dieses in die Facebook-Seite?

Die Integration eines Impressums ist mittels Impressums-App möglich, die dann als App mindestens an vierter Stelle angezeigt werden muss und auch nur in Facebook-Seiten (nicht in Facebook-Profilen) integriert werden kann. Diese gibt es teilweise auch kostenlos, zum Beispiel hier, bei der Anwaltskanzlei Lampmann, Haberkamp und Rosenbaum.

Darüber hinaus sollte man einen Link (für das vollständige Impressum reicht der Platz nicht) auf das Impressum der eigenen Website oder einer anderen gültigen Seite im Internet, wo das Impressum zu finden ist,  im Info-Bereich der Seite unterbringen. Dieser ist aber abhängig von der Art der Seite, bspw. der Branche der die Seite zugeordnet ist, gar nicht sichtbar. Zur Not, sollten man den „Zweck“ der Seite ändern, um es anzeigen zu lassen. Dann ist aber wichtig, dass dem Link der Text „Impressum“ vorangestellt ist. Auch im Bannerbild oder dem Profilbild lässt sich das Impressum grafisch unterbringen und zusätzlich in Textform als Bildbeschreibung.

Die Verwendung ausschließlich im Bild ist nicht ausreichend. Das Impressum muss immer auch in Textform verfügbar sein, zumindest als Link auf eine Webseite mit den Impressumsangaben.

So könnten Impressumsangaben realisiert werden:

 

Was droht bei Missachtung der Impressumspflicht?

Eine wettbewerbsrechtliche Abmahnung mit Unterlassungserklärung ist noch das kleinste Übel, teurer wird es, wenn Sie ein Ordnungsgeld gem. TDG zahlen müssen oder gegen die Unterlassungserklärung verstoßen und die vereinbarte Vertragsstrafe zahlen müssen. Sie müssen auf jeden Fall mit Kosten ab 500 EUR aufwärts rechnen. Ein Ordnungsgeld gem. TDG kann bis zu 50.000 EUR betragen. Mit einem fehlenden Impressum ist also nicht zu spaßen.

Tipp

Wie Sie ein gültiges Impressum in ihre Twitter, Google+ und Pinterest-Profile integrieren und welche Gefahren mit einem „rein privaten“ Facebook-Profil bestehen, lesen Sie in der Ausabe 4/2013 von „Social Media Aktuell„.

Tipp

Wenn Sie keine eigene Website haben auf der Sie Ihr Impressum unterbringen können, bietet sich die Nutzung von entsprechenden Dienstleistungen an. Die sind in jedem Fall preiswerter als eine Abmahnung.

Facebook & Co: Vor dem Posten Gehirn einschalten!

Seit längerem geht es mir gehörig auf die Nerven, wie leichtsinnig die Masse der Nutzer mit Facebook und Google umgehen. Rechte anderer werden mit Füßen getreten und jeder pocht gleichzeitig auf sein eigenes Recht, auf Meinungsfreiheit etc.. Teilweise denke ich, ist das rechtliche Bewusstsein schon da, aber es fehlt das technische Verständnis für die Folgen des eigenen Handelns. Ich möchte hier weder eine juristische Beratung geben und auch keinem verbieten sich weiterhin so zu verhalten, wie bisher, sondern nur mal ein paar Denkanstöße geben, vielleicht wird dann dem ein- oder anderen klarer, warum ich mich manchmal einfach mit einem passenden Kommentar nicht zurückhalten kann.

„Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu!“,

hat sicher jeder schon mal gehört, nur hält sich leider kaum jemand dran. Ich finde, mal unabhängig von der rechtlichen Lage, auch in sozialen Netzen sollte jeder den Anderen so behandeln, wie er selbst behandelt werden will. Und das heißt:

  • wenn ich nicht möchte, dass andere mich auf Facebook beleidigen, sollte ich das auch nicht tun.
  • wenn ich nicht möchte, dass ich umsonst arbeite, muss ich auch anerkennen, dass andere mit geistiger Leistung, ob das jetzt Texte, Bilder oder Filme sind, ihr Geld verdienen und das es dann nicht richtig sein kann, deren Arbeitsleistung kostenlos und ohne deren Zustimmung für eigene Zwecke auszubeuten.
  • wenn ich nicht möchte, dass ein Bild von mir irgendwo im Netz auftaucht, vielleicht noch in Zusammenhängen, die nicht sonderlich positiv sind, dann sollte ich das mit Fotos anderer auch nicht tun.

Beispiele und Denkanstöße

Folgendes kommt sehr häufig vor und die meisten Nutzer verhalten sich dabei wissentlich oder unwissentlich außerhalb geltenden Rechts und das zum Nachteil von häufig völlig unbeteiligten Dritten.

Private und öffentliche Personenfahndungen

Posten und „Teilen“ von öffentlichen Personenfahndungen der Polizei ist zwar auf den Blick eine tolle Sache und wird häufig vor allem bei der Suche nach Tierquälern und Kinderschändern gerne gemacht. Kaum einer denkt dabei aber an die „Gesuchten“. Generell gilt in Deutschland erst mal die Unschuldsvermutung. Und wenn die Polizei einen „mutmaßlichen“ Täter sucht, bei Facebook aber daraus die „Suche nach einem Kinderschänder“ gemacht wird, ist das schon ein Unding. Unterstellt man mal, dass der „Gesuchte“ tatsächlich der Täter ist, hat aber auch der ein Recht am eigenen Bild. Und das Argument, die Polizei hat das Bild ja auch auf der Internetseite veröffentlicht, zählt dabei in meinen Augen nicht. Die Polizei kann das Bild nämlich jederzeit wieder von der Webseite nehmen und dann ist es weg. Stellt sich also heraus, dass der Gesuchte unschuldig ist, oder ist er gefasst und die Fahnung damit beendet, wird das Bild von der Webseite gelöscht und auch ein späterer Arbeitgeber bspw. der sich auf die Suche nach dem Bewerber macht, der vielleicht vor Jahren mal wegen eines blöden Zufalls falsch verdächtigt wurde, findet nichts mehr. Wer aber dieses Bild und die Fahndung bei Facebook postet oder ein solches Bild „teilt“, erzeugt damit eine Kopie und das ist ganz übel. JEDER Klick auf „teilen“ erzeugt eine Kopie und jede einzelne Kopie müsste von jedem Nutzer, der das Bild geteilt hat, wieder gelöscht werden, um die Spuren zu beseitigen.

Hat ein Täter seine Strafe verbüßt, oder war der Gesuchte unschuldig könnte es für ihn daher zu einem großen Problem werden, wenn sein Fahndungsbild mal bei Facebook gepostet wurde,  jemals wieder einen Job zu bekommen oder ein normales Leben führen zu können, denn womöglich existieren bei Facebook bereits 1 Mio. Kopien seines „Fahndungsfotos“. Stellt euch vor, ihr würdet unverschuldet auf einem Fahndungsfoto und damit bei Facebook landen …

Noch schlimmer sind natürlich private Fahndungen nach Personen. Erst neulich die Suche nach einem Hundebesitzer, dessen Hund angeblich einen anderen gebissen hatte und der dann eine falsche Adresse angegeben hatte.  Natürlich ist das übel, ich wäre auch sauer. Aber in Deutschland ist eine Verletzung eines Hundes eben „nur“ eine Sachbeschädigung und das rechtfertigt kaum, das Recht am eigenen Bild des betreffenden Hundehalters und erst recht nicht unbeteiligter anderer Personen die auch auf dem Bild waren, mit Füßen zu treten. Dann kann man zur Polizei gehen, Anzeige erstatten und denen das Foto geben.

Bilder, Videos und Texte anderer hochladen und teilen

Generell sind in Deutschland fast alle Fotos und Videos urheberrechtlich geschützt und das räumt dem Urheber das Recht ein, zu bestimmen wann, wo und zu welchen Konditionen das Werk genutzt werden darf und welche Gegenleistung (Lizenzgebühren) er dafür verlangt. Unabhängig davon steht jedem Urheberreber das Recht zu als Urheber genannt zu werden. Er kann darauf verzichten, wenn aber keine Vereinbarung darüber getroffen wurde, muss der  Urheber genannt werden!

Das tun leider nur die allerwenigsten, die Bilder Anderer bei Facebook hochladen. Das ist also selbst dann schon ein Urheberrechtsverstoß, wenn der Urheber des Bildes oder Videos der Veröffentlichung grundsätzlich zugestimmt haben sollte.

Allerdings frage ich mich, wie es überhaupt sein kann, dass Facebook-Nutzer Inhalte posten, deren Eigentümer/Urheber/Rechteinhaber sie gar nicht sind. Denn jeder Nutzer hat den Nutzungsbedingungen zugestimmt und da steht ganz klar:

Die vorliegende Erklärung der Rechte und Pflichten („Erklärung“, „Bedingungen“ oder „SRR“) beruht auf den Facebook-Grundsätzen und bildet unsere Nutzungsbedingungen, die unsere Beziehung zu den Nutzern und anderen, die mit Facebook interagieren, regelt. Mit deiner Nutzung von Facebook oder dem Zugriff darauf stimmst du dieser Erklärung bzw. ihrer jeweils gültigen Aktualisierung gemäß Abschnitt 14 weiter unten zu. Zusätzlich findest du Ressourcen am Endes dieses Dokuments, die dir dabei helfen, die Arbeitsweise von Facebook zu verstehen.

Du bist Eigentümer aller Inhalte und Informationen, die du auf Facebook postest.

(Quelle: https://www.facebook.com/legal/terms)

Heißt also, fremde Inhalte darf man gar nicht posten! Es ist damit auch nicht erlaubt einfach ein Bild von einer Webseite zu klauen (außer man ist Urheber des Bildes oder hat die Nutzungsrechte (einschließlich des Rechtes zur Unterlizenzierung) und dieses bei Facebook hochladen.

Weiterhin steht in den Nutzungsbedingungen:

Für Inhalte wie Fotos und Videos, die unter die Rechte an geistigem Eigentum fallen, („IP-Inhalte“) erteilst du uns, sofern du in deinen Privatsphäre- und Anwendungseinstellungen nichts anderes einstellst, die folgende Erlaubnis: Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest („IP-Lizenz“). Diese IP-Lizenz endet, wenn du deine IP-Inhalte oder dein Konto löschst, außer deine Inhalte wurden mit anderen Nutzern geteilt und diese haben die Inhalte nicht gelöscht.

(Quelle: https://www.facebook.com/legal/terms)

Das wiederum heißt, mit dem Hochladen räumt man  Rechte an den hochgeladenen Bildern und Videos ein und das kann man gar nicht tun, wenn man diese Rechte an fremden Inhalten gar nicht hat.  Und jeder, der diese Inhalte „teilt“ räumt wiederum Rechte an diesen Inhalten ein, denn jeder erzeugt damit eine Kopie der Inhalte und stellt sie anderen Nutzern zur Verfügung. Das ist eine „öffentliche Zugänglichmachung“ nach dem Urheberrechtsgesetz.

Daraus ergibt sich ganz eindeutig:

  • wer Inhalte bei Facebook hochlädt oder teilt (auch die Verlinkung einer Webseite mit Vorschaubild auf dem urheberrechtlich geschützte Inhalte zu sehen sind, gehört dazu), begeht eine Urheberrechtsverletzung, wenn es sich um fremde Inhalte handelt, und er nicht vom Urheber das Recht zur Unterlizenzierung eingeräumt bekommen hat.
  • wer Fotos und Videos (oder auch Audio-Dateien) auf Facebook veröffentlicht, deren Urheber er ist, stimmt gleichzeitig dem „Teilen“ der Inhalte zu. Er stimmt aber nicht automatisch zu, dass er auf Urhebernennung verzichtet! Wer ein möglicherweise urheberrechtlich geschütztes Bild eines Anderen auf Facebook teilt, muss daher im Zweifel die Quelle des Bildes so angeben, dass diese erhalten bleibt, wenn weitere Nutzer die Datei teilen.
  • ein Urheber, der Inhalte bei Facebook hochlädt, stimmt auch nicht automatisch zu, dass diese verändert werden dürfen, also bspw. mit Beschriftungen versehen oder bearbeitet werden dürfen.  Also darf man auch nicht einfach ein Bild bei Facebook, dass dort erst mal zu Recht hochgeladen wurde, verändern, anpassen und wieder posten. Ausnahme ist hier, wenn durch die Bearbeitung ein neues urheberrechtlich geschütztes Werk entsteht. Das ist aber in der Regel nicht gegeben, wenn dem Bild nur eine Beschriftung wie ein Spruch (oder Beleidigungen) hinzugefügt wird.
  • wer Fotos und andere Inhalte anderer Nutzer teilt, die diese unrechtmäßig geteilt haben, begeht rechtlich gesehen, selbst eine Urheberrechtsverletzung, die abmahnfähig ist.
  • wer ein Bild mit Royalty-Free-Lizenz bei einer Bildagentur gekauft hat,  hat in der Regel kein Recht zur Unterlizenzierung erworben (Details regeln die Nutzungsbedingungen der Bildagenturen). Folglich dürfen diese Bilder nicht auf Facebook und Co. verwendet werden. Auch dann nicht, wenn sie wesentlicher Bestandteil von Zeitschriften-Covern sind.

Fazit

Die „Teilen“-Funktion ist etwas deutlich anderes als die „Verlinkung“ von Inhalten, und somit auch rechtlich völlig anders zu beurteilen. Damit werden Kopien von möglicherweise urheberrechtlich geschützten Inhalten erzeugt und dafür ist ein entsprechendes Nutzungsrecht des Rechteinhaber erforderlich. Das gilt bei Facebook genauso wie woanders im Internet und natürlich im echten Leben.

Das Argument „Der Urheber muss das Bild ja erst mal finden …“ zählt natürlich nicht. Zum einen ist auch eine Urheberrechtsverletzung, die der Urheber noch nicht kennt, ein Straftatbestand, zum anderen gibt es heute Mittel und Wege ganz schnell die Quelle eines Bildes zu finden (ich habe das heute morgen auf Facebook demonstriert), und damit den Urheber zu finden. Genauso kann der Urheber Kopien seiner Werke im Internet finden. Leider hat mein Versuch, dies durch Posten von Webseiten, von denen Bilder stammen, die bei Facebook fleißig geteilt wurden, nicht gewirkt. Dieser „Wink mit dem Zaunpfahl“ ist leider bei den betroffenen Nutzern völlig falsch angekommen.

Ich für meinen Teil, werde als Urheber von Inhalten, die ich nicht explizit selbst auf Facebook hochlade, nicht dulden, dass diese fleißig auf Facebook und Co. geteilt werden, noch dazu ohne Quellenangabe.

Wenn ich jemandem Fotos von seinem Hund schicke und der lädt einige davon in soziale Netzwerke hoch, mit Urhebernennung ist dagegen ja gar nichts einzuwenden. Aber wenn von meiner Webseite oder anderen Webseiten jemand Bilder, Texte oder Videos klaut, die ich nicht zur Nutzung kostenlos zur Verfügung gestellt habe, der muss auch mit den entsprechenden Folgen rechnen. Und ich bin hocherfreut, dass auch andere Urheber es heute nicht mehr hinnehmen, dass Andere ihre Rechte mit Füßen treten und zum Teil noch Geld damit verdienen. Von einem Schlosser, Bäcker oder Rechtsanwalt erwartet auch keiner, dass der umsonst arbeitet. Warum also sollten das Autoren, Journalisten oder Fotografen tun?

Ich bin gerne bereit darüber zu diskutieren, also los :-)

Suchmaschinenoptimierung mittels „robots.txt“

Autor: Helma Spona

Betrifft: Webdesign

Systemanforderungen: eigene Domain

Download: PDF

Mit einer kleinen Textdatei, der „robots.txt“ können Sie die Indizierung Ihrer Website durch Suchmaschinen beeinflussen. Dazu erstellen Sie einfach eine solche Textdatei und speichern Sie im Stammverzeichnis Ihrer Domain. Mit den passenden Einstellungen können Sie bspw. Verzeichnisse für die Indizierung sperren oder mit Hilfe einer zusätzlichen Sitemap-Datei angeben, wie oft die Dateien geändert werden.

Verzeichnis und Format der „robots.txt“

Die Datei „robots.txt“ ist ein Quasi-Standard, an den sich die wichtigsten Suchmaschinen halten. Daher können Sie damit auch recht gut die Indizierung Ihrer Seite steuern.
Zunächst erstellen Sie dazu eine leere Textdatei, die reinen Text (ohne Formatierungen) enthält und nennen diese Datei „robots.txt“. Ganz wichtig ist dabei, dass der Name komplett in Kleinbuchstaben geschrieben ist.
Haben Sie die Datei fertig gestellt (einschließlich der Inhalte) laden Sie diese in das Hauptverzeichnis Ihrer Domain, also das Verzeichnis in dem sich die Datei befindet, die angezeigt wird, wenn Sie „http://www.meinedomain.de“ im Browser als URL angeben.
Für jede Subdomain können Sie jedoch eine eigene „robots.txt“ erstellen und wiederum in deren Stammverzeichnis ablegen.
Heißt Ihre Domain bspw. „meinedomain.de“ und gibt es die Subdomains „www“ und „shop“ können Sie eine „robots.txt“ für die URL „www.meinedomain.de“ in dem Verzeichnis speichern, auf das die Domain verweist und eine „robots.txt“ für die Subdomain „shop.meinedomain.de“ erstellen und in dem Verzeichnis speichern, auf das die Subdomain „shop“ verweist.

Hinweis

Wichtig ist, dass Sie sich auch an den gleich noch beschriebenen Aufbau  der Datei halten und davon nicht abweichen. Schon kleine Fehler führen dazu, dass die Datei nicht von der Suchmaschine gelesen wird.

Grundlegende  Einstellungen

In der „robots.txt“ werden die Anweisungen für die Suchmaschinen in Datensätzen erfasst. Ein Datensatz umfasst dabei zwei bis beliebig viele Zeilen und wird durch eine Leerzeile von anderen Datensätzen getrennt.
Jede Zeile hat wieder einen spezifischen Aufbau. Sie beginnt entweder mit dem Schlüsselwort „User-agent“ oder mit „Disallow“. Danach folgt immer ein Doppelpunkt und ein Leerzeichen. Nach dem Leerzeichen folgt der Wert.
Kommentare können Sie zwischen den Datensätzen einfügen und mit einem „#“ gefolgt von einem Leerzeichen einleiten. Auch am Ende jeder Zeile darf ein Kommentar stehen.
Der folgende Inhalt, würde bspw. mit einem Kommentar beginnen, der definiert zu welcher Domain die Datei gehört.
Danach folgt eine Leerzeile und dann der erste und einzige Datensatz der Datei. Er beginnt mit der Angabe „User-agent“. Sie gibt die Suchmaschine an, für die die Anweisungen gelten soll. Als Wert müssen Sie den Namen des Robots angeben. Kennen Sie den nicht, oder möchten Angaben für alle Suchmaschinen machen, verwenden Sie stattdessen das Platzhalterzeichen „*“.

Hinweis

Sie können mehrere User-Agent-Angaben in einem Datensatz machen, allerdings nur dann, wenn Sie deren Namen angeben. Vewenden Sie das „*“ ist nur  eine Angabe zulässig.

In der nächsten Zeile folgt das Schlüsselwort „Disallow“.  Als Wert geben Sie hier ein Verzeichnis oder eine Datei an, die nicht indiziert werden sollen.
Diese geben Sie als relative Pfade ausgehend vom Stammverzeichnis aus.

  • / als Wert würde bedeuten, dass nichts indiziert wird.
  • /pfad/ würde bedeuten, dass das Unterverzeichnis „pfad“ nicht indiziert wird.
  • /pfad/index.html würde bedeuten, dass nur die Datei „index.html“ im Verzeichnis „pfad“ nicht indiziert wird.

Im folgenden Beispiel wird also das Unterverzeichnis „privat“ und alle darin enthaltene Dateien vom Suchrobot ignoriert.
Sie können mehrere „Disallow“-Angaben in einem Datensatz machen und somit mehrere Dateien und Verzeichnisse in einem Datensatz schützen.

Hinweis

Wenn Sie das Indizieren aller Verzeichniss explizit erlauben möchten, geben Sie keinen Wert nach „Disallow“ an, sondern bspw.
Disallow:

Beispiel

# robots.txt zu http://www.helma-spona.de
User-agent: *
Disallow: /privat/

Erweiterte Einstellungen


Momentan ist die Verabschiedung eines Webstandards im Gange, die eine verbindliche Richtlinie zur Syntax der „robots.txt“ sein wird. Einige Suchmaschinen beherrschen diese erweiterten Angaben schon, so dass Sie sie auch in der Praxis schon einsetzen können. Dabei gibt es nicht nur das Schlüsselwort „Allow“, mit dem Sie explizit auch bestimmte Verzeichnisse zum Durchsuchen erlauben können, sondern noch viele weitere Einstellungen.
Möchten Sie die Indizierung bestimmter Verzeichnisse explizit erlauben, können Sie dazu die „Allow“-Anweisung verwenden. Sie funktioniert wie „Disallow“ nur geben Sie als Wert dahinter das Verzeichnis oder die Datei an, das durchsucht werden soll. Wenn Sie bspw. das Indizieren aller Verzeichnisse bis auf „www“ verbieten möchten, können Sie dazu folgendes angeben:

Beispiel

# robots.txt zu http://www.meinedomain.de
User-agent: *
Disallow: / # verbietet erst mal alles
Allow: /www/ # erlaubt die Indizierung

Hinweis

Hier ist allerdings Vorsicht geboten. Spider, die die erweiterten Einstellungen noch nicht berücksichtigen, würden Ihre Seite gar nicht indizieren. Die großen Suchmachinen wie Google, und Yahoo kennen den „Allow“-Befehl allerdings, Bing jedoch nicht.

Mit den erweiterten Einstellungen können Sie auch verhindern, dass Seiten mit URLs indiziert werden, die ein „?“ enthalten. In diesem Fall würden Sie
Disallow: /*?
angeben. Darüber hinaus erlaubt der zukünftige Standard die Angabe einer „Sitemap“-Datei. Damit können Sie jede einzelne Seite und jedes Verzeichnis definieren, die durchsucht werden sollen und damit können Sie dann auch angeben, wie oft sich die Seiten voraussichtlich ändern werden.  Das ist eine gute Möglichkeit um zu steuern, wie häufig der Spider der Suchmaschine Ihre Seiten neu indiziert. Die „sitemap.xlm“-Datei können Sie in beliebigen Verzeichnissen ablegen. Wo sie dann liegt, geben Sie in der „robots.txt“ mit der „Sitemap“-Angabe an. Wenn Sie im Stammverzeichnis liegt und „sitemap.xlm“ heißt, geben Sie bspw. an:
Sitemap: /sitemap.xml

Sitemap-Dateien

Es gibt zwei Möglichkeiten Sitemap-Dateien zu erstellen. Sie können reine Textdateien erzeugen und dort nur eine Liste der Dateien angeben, die indiziert werden sollen, bspw.:

Beispiel

http://www.meinedomain.de/index.html
http://www.meinedomain.de/kontakt.html
http://www.meinedomain.de/service.html

Alternativ können Sie eine XML-Datei erstellen. Darin können Sie auch zusätzliche Angaben zu den Dateien machen. Wichtig ist, dass Sie die XML-Datei im utf-8-Format speichern und diese einen fest definierten Aufbau haben muss. Lediglich die nachfolgend definierten fett gedruckten Teile tauschen Sie gegen Ihre eigenen Angaben aus und ergänzen für jede Seite und URL ein Element „<url>“.

Beispiel

<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<urlset xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9"
xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance"
xsi:schemaLocation="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9
http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9/sitemap.xsd">
<url>
<loc>http://www.helma-spona.de/</loc>
<lastmod>2010-06-20</lastmod>
<changefreq>monthly</changefreq>
<priority>0.8</priority>
</url>
<url>
<loc>http://www.helma-spona.de/kontakt.htm</loc>
<lastmod>2010-06-20</lastmod>
<changefreq>monthly</changefreq>
<priority>0.8</priority>
</url>
...
</urlset>

Jede URL die Sie angeben, geben Sie als eigenen „<url>“-Tag an, der zwingend das Element „<loc>“ mit der URL enthalten muss. Bei Pfadangaben sollte diese mit einem „/“ enden. Optional können Sie mit den Elementen „<changefreq>“ die Häufigkeit von Änderungen und mit „<priority>“ einen Wert zwischen 0 und 1 angeben, der die Priorität im Vergleich zu anderen Seiten Ihrer Website angibt. Auch die Angabe „<lastmod>“ mit dem Datum der letzten Änderung ist optional. Allerdings müssen Sie in der Sitemap-Datei wirklich jede Seite aufführen, die indiziert werden soll. Das ist extrem aufwändig, vor allem bei umfangreichen Websites. Eine Sitemap-Datei lohnt daher nur, wenn Sie die Möglichkeit haben, diese per Skript serverseitig erstellen zu lassen.

Hinweis

Weitere Infos zur Sitemap-Datei finden Sie auch auf http://sitemaps.org/de/.

<HS>

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