Making-of: Klare Gemüse bzw. Lauch-Suppe

Autor: Helma Spona

Betrifft: Fotografie/Food-Styling

Notwendige Objekte: weiße Gelantine, Suppeneinlagen, bspw. Gemüse wie Porree, Zwiebeln, Möhren, Nudeln, Lebensmittelfarbe oder schwarzer Tee, Eiswürfel

Klare Suppen, bspw. Gemüsesuppen oder Fleischbrühen zu fotografieren ist nicht so ganz einfach, denn einerseits sollen die Einlagen gut zu sehen sein, andererseits ist es nicht sinnvoll so viele Einlagen übereinander zu stapeln, dass die nicht untergehen, denn dann sieht das ganze nicht mehr nach Suppe aus. Wie es dennoch geht, zeigt Ihnen dieser Beitrag.

Vorbereitungen

Beginnen sollen Sie mit der Grundlage für die Suppe. Dies sollte eine klare Flüssigkeit sein, zumindest so aussehen, aber natürlich abhängig von der Art der Suppe einen bräunliche bis gelbliche Färbung haben. Außerdem müssen Sie sicherstellen, dass die Suppeneinlagen nicht ganz bis auf den Boden sinken, sondern zumindest teilweile über den Flüssigkeitsspiegel herausragen.

Suppengrundlage herstellen

Dazu müssen Sie als unterstes in den Teller eine Lage aus fester Suppenflüssigkeit füllen. Dazu brauchen Sie die Gelantine. Gehen Sie dazu wie folgt vor:

  1. Stellen Sie zunächst die Flüssigkeit für die Suppe her, in der gewünschten Farbe. Dazu nehmen Sie einfach kaltes Wasser und färben das mit Lebensmittelfarbe im gewünschten Farton. Im Beispiel wurde die Farbe durch Mischen mit schwarzem Tee erreicht. Sie brauchen für einen Teller ca. einen Liter Flüssigkeit.
  2. Weichen Sie die Blattgelantine nun in kaltem Wasser nach Packungsanweisung ein. Verwenden Sie die Menge, die gemäß Packung für 0,5 Liter benötigt wird.
  3. Geben Sie die aufgeweichte, und ausgedrückte Gelantine nun in einen Topf und stellen Sie ihn bei geringer Hitze auf den Herd. Rühren Sie die Gelantine um, bis sich diese aufgelöst hat.
  4. Geben Sie nun die Hälfte der Suppenflüssigkeit in den Topf und rühren Sie Flüssigkeit und Gelantine gut durch.
  5. Füllen Sie die Flüssigkeit jetzt in einen Suppenteller, bis zu 2/3 der gewünschten Füllhöhe und stellen Sie den Teller in den Kühlschrank. Die Flüssigkeit muss sich nun verfestigen.

In der Zwischenzeit können Sie sich mit den Suppeneinlagen befassen.

Suppeneinlagen vorbereiten

Als nächstes sollten Sie alle Suppeneinlagen vorbereiten, vor allem, wenn Sie diese noch kochen müssen, wie bspw. Nudeln.

  1. Falls Sie Nudeln oder Reis als Einlage für die Suppe verwenden möchten, kochen Sie sie nun wie gewohnt. Beides sollte aber nicht ganz gar gekocht werden, sonst wirkt es schnell matschig.
  2. Nudeln schrecken Sie am Ende mit kaltem Wasser ab und legen sie in eine Schüssel oder einen Teller mit Öl. Dadurch trocknen die Nudeln nicht an, glänzen später schön und kleben nicht aneinander.
  3. Reis stellen Sie an die Seite, damit er abkühlen kann.
  4. Gemüse schneiden Sie in die gewünschte Form, wie Ringe oder Streifen. Achten Sie darauf, dunkle Stellen am Gemüse vorher  zu entfernen. Das Gemüse sollte wirklich perfekt aussehen.
  5. Damit das Gemüse nicht roh aussieht, sollten Sie es kochen. Das birgt aber die Gefahr, dass es grau und unansehnlich wird. Um das zu vermeiden, kochen Sie das Gemüse nur einmal kurz auf und schrecken es dann in kaltem Wasser ab.
  6. Stellen Sie dazu eine Schüssel mit kaltem Wasser bereit und geben Sie dort Eiswürfel rein, damit das Wasser richtig kalt wird.
  7. Kochen Sie das Gemüse kurz auf, indem Sie das Wasser zum Kochen bringen und das Gemüse erst dann in das kochende Wasser geben. Möhren vertragen etwas mehr Kochzeit als bspw. Lauch oder Zwiebel. In der Regel reicht eine knappe Minute Kochzeit. Nehmen Sie das Gemüse mit einem Schaumlöffel vorsichtig aus dem kochenden Wasser lassen Sie es kurz abtropfen und geben Sie es in die Schüssel mit dem Eiswasser. Dort können Sie es auch gut lagern, bis Sie es benötigen.

Die Suppe anrichten

Wenn die Gelantine im Teller gut fest ist, können Sie wie folgt fortfahren.

  1. Nehmen Sie den Teller aus dem Kühlschrank und setzen Sie ihn an Ort- und Stelle dorthin, wo Sie das Foto machen möchten.
  2. Warten Sie ein paar Minuten ab. In der Regel werden sich Kondensat-Tropfen auf dem Teller bilden. Wischen diese weg, ohne Streifen zu verursachen und warten Sie, bis sich keine neuen mehr bilden.
  3. Füllen Sie nun den Rest der Suppenflüssigkeit in den Teller, bis Sie knapp die gewünschte Füllhöhe erreichen. Der Rest kommt ja durch die einzufüllenden Suppeneinlagen.
  4. Geben Sie nun die Nudeln, Gemüsestreifen, und -ringe in die Suppe. Verteilen Sie diese möglichst zufällig aber gleichmäßig und farblich ansprechend, wenn die Zutaten verschiedene Farben haben. Achten Sie dabei darauf, dass einige Einlagen auch über die Oberfläche der Flüssigkeit hinausragen.
  5. Sprühen Sie nun, bspw. mit einem Ölsprüher etwas Öl auf die Oberfläche der Suppe, damit sich dort feine Fettaugen bilden. Sie bilden einen interessanten Blickfang auf der Oberfläche und sind zudem auf fast alle echten Suppen auch vorhanden.
  6. Und fertig ist Ihre Suppe.

Jetzt können Sie die Szene natürlich noch mit weiteren Deko-Artikeln wie Servietten, Platzsets oder Besteck aufwerten, ganz nach belieben.

Achtung

Wenn es sehr warm in der Umgebung des Tellers ist, sollten Sie sich mit dem Fotografieren aber nicht sehr viel Zeit lassen. Wärme und die Flüssigkeit auf der Gelantine können dazu führen, dass sich diese auflöst und am Rand des Tellers ablöst. Das fällt dann im Foto auf.

Die Ausleuchtung des Beispiels

Die Beispielbilder wurden auf einem weißen Hintergrund fotografiert und mit zwei Studioblitzen von links vorne mit Softbox ausgleuchtet. Von hinten wurde das Licht durch den weißen, per Blitz angestrahlen Hintergrund reflektiert. Der Lichtaufbau ist also der Klassische Aufbau für einfache Freisteller.

Tipp:

Mit Dekoration auf dem Tellerrand sollten Sie sparsam umgehen. Hierzu sind auch eher größere Deko-Elemente geeignet, statt kleinere. Also bspw. statt fein geschnittenem Schnittlauch lieber ganze Schnittlauchblätter. Gerade sehr klein geschnittene Kräuter oder Gewürze auf dem Tellerrand sehen sonst oft wie Krümel oder Schmutz aus.

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